Meine Haargeschichte & no poo experience

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Glätten, fönen, Locken machen und das Ganze mehrmals pro Woche. Unsere Haare machen einiges mit und auch wenn sie auf den Bildern meist halbwegs gut aussehen: Zu hause laufen auch wir oft mit langweiligem Dutt rum und wollen mal so gar keine Energie in unsere Haare stecken. Was viele bei all den hübschen Bildern und schönen Frisuren gar nicht wissen: Ich (Anja) habe eine super sensible Kopfhaut, die mir schon die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet hat und jeden Frisör Besuch zur Herausforderung macht.

Ich möchte euch heute also ein bisschen was darüber erzählen, was mir bei meiner sensiblen Kopfhaut geholfen hat, was es nur noch schlimmer gemacht hat und ob „no poo“, also der komplette Verzicht auf Shampoo, bei mir etwas bewirkt hat.  Wichtig: Ich bin keine Dermatologin, ich erzähle euch lediglich, was für mich funktioniert hat. Falls ihr starke Probleme oder Fragen habt, wendet euch bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Das Problem ’sensible Kopfhaut‘

Bis vor ungefähr zwei Jahren konnte ich mir so ziemlich alles auf den Kopf klatschen.  Ich hatte nie irgendwelche Kopfhautprobleme, Jucken, Schuppen oder sonst was. Lediglich auf Silikone in Shampoos und Spülungen habe ich weitesgehend verzichtet, da ich sehr feine Haare habe und immer das Gefühl hatte, dass Silikone meine Haare ungemein beschweren. Ich habe meine Shampoos und Spülungen auch ständig gewechselt und mich somit durch einiges durchprobiert, von Drogerieprodukte bis hin zum teuren Frisörshampoo. Für mich ging es dabei immer nur um das Haar an sich.  Es sollte glänzen, Volumen haben, ohne stumpf auszusehen und ‚Spliss‘ wollte ich aus meinem Wortschatz verbannen.

Vor ziemlich genau zwei Jahren ging es dann jedoch so langsam los, dass meine Kopfhaut manchmal gejuckt hat und sich irgendwie sensibler anfühlte. Wenn ich zu lang einen Pferdeschwanz trug, tat es weh und auch das Fönen über Rundbürsten fühlte sich irgendwie zu heftig an. Seit dieser Zeit kämpfe ich nun also mit sensibler Kopfhaut, von der ich nicht so recht weiß, wo der Auslöser liegt. Es gab natürlich immer Phasen, in denen es schlimmer war und welche in denen ich fast keine Probleme damit hatte.

Ihren Höhepunkt erreichte die ganze Misere, als ich vor ziemlich genau einem Jahr bei einem mir bis dahin unbekannten Frisör war, der meinen Wunsch, nur eine Tönung zu verwenden, ignorierte und mir ohne mein Wissen meinen Ansatz gefärbt hat. Ein fataler Fehler, der ca 2 Wochen extremes Jucken und Schmerzen nach sich zog.

Heute weiß ich es besser und weise jeden Frisör auf mein Problem hin und trotzdem ist es manchmal einfach zu viel für meine Kopfhaut. Leider kommt es für mich nicht in Frage, das Tönen ganz sein zu lassen, da ich von Natur aus blond bin und diese Farbe zum einen nicht will und es zum anderen ein Ding der Unmöglichkeit ist, meine aktuelle Farbe rauswachsen zu lassen. Ich muss da also wohl oder übel durch.

Welche Shampoos kann ich bei sensibler Kopfhaut verwenden?

Da ich das Problem nun schon eine Weile habe, habe ich mich natürlich auch durch das ein oder andere Shampoo getestet. Von Drogerie bis Apotheke war alles dabei und ich möchte euch hier ein paar vorstellen, mit denen ihr es versuchen könnt, wenn ihr ein ähnliches Problem habt. Wichtig: Gängige anti Schuppen Shampoos trocknen die Kopfhaut oft sehr aus und meist ist genau das die Ursache für eine juckende oder gereizte Kopfhaut. Damit würde ich also tatsächlich vorsichtig sein.

Ich habe für mich bisher die beste Erfahrung in der Apotheke gemacht, aber auch in der Drogerie gibt es ein paar gute Sachen, wie zum Beispiel das Kopfhaut Control Shampoo von Balea oder das Antischuppen Shampoo von Seba Med. Aus der Apotheke sind meine derzeitigen Favoriten das Linola Forte Shampoo und das DermoCapillaire hautberuhigende Urea Shampoo von Eurerin. Ihr seht schon, wenn man da wirklich ein Problem hat ist nichts mehr mit ‚erhalte deine Farbe’ oder ‚kräftige dein Haar’. Diese Shampoos riechen auch meist nicht sonderlich toll und wirklich schäumen tun sie auch nicht. Das ist zwar nichts, was das Sauberwerden der Haare maßgeblich beeinflussen würde, aber man muss sich natürlich daran gewöhnen. Spülung kann man bei empfindlicher Kopfhaut übrigens theoretisch ganz normal weiter verwenden, denn die kommt im Normalfall ja gar nicht mit der Kopfhaut in Berührung. Für mich persönlich ist Spülung aber irgendwie sinnlos, denn ich habe nicht das Gefühl, dass sie irgendwas Gutes für mein Haar tut. Ich verzichte also momentan komplett darauf.

linola forte Shampoo empfindliche Kopfhaut

 

Nur die Harten kommen in den Garten: No poo

Nachdem ich vor einiger Zeit wieder eine Phase hatte, in der meine Kopfhaut förmlich verrückt gespielt hat, habe ich mich auf das Experiment ‚no poo’, also den völligen Verzicht von Shampo eingelassen. Ich hatte davon schon vor einiger Zeit gehört, mich aber irgendwie immer nicht so recht dran getraut. Dazu muss man sagen, dass ich Gott sei Dank nicht das Problem habe, dass meine Haare schnell fetten. Ich wasche meine Haare zwei mal die Woche und das reicht völlig. Viele, die ‚no poo’ ausprobieren, machen das, weil sie hoffen, dass die Kopfhaut nach einer Eingewöhnungszeit weniger Fett produziert und die Resultate scheinen da wohl wirklich recht gut zu sein. Nichts desto Trotz muss man durch diese Eingewöhnungszeit eben durch und das dauet nicht nur eine Woche sondern eher 6-8 Wochen. Eine verdammt lange Zeit, um mit fettigen Haaren rumzulaufen, wenn ihr mich fragt…

Da ich das Problem mit den fettigen Haaren aber grundsätzlich nicht habe, war meine Sorge diesbezüglich nicht mehr so groß und da ich gelesen hatte, dass sich ‚no poo’ extrem positiv auf die Kopfhaut auswirken kann, war ich bereit mich an den Versuch zu wagen. Dazu muss man sagen: ‚no poo’ ist nicht gleich ‚no poo’. Es bedeutet also nicht (zwingend) dass man seine Haare nur noch mit Wasser wäscht, sondern es gibt tausend Möglichkeiten jenseits vom herkömmlichen Shampoo mit Tensiden, evtl Silikonen etc. Man kann seine Haare beispielsweise mit einer Mischung aus Roggenmehl und Kaffee waschen, mit Lavaerde (auch Tonerde genannt), oder auch mit Haarseifen, die komplett natürlich und genau darauf ausgelegt sind. Dabei muss man sich tatsächlich durchprobieren, denn was beim einen super funktioniert, ist beim anderen der totale Quatsch. Dariadaria zum beispiel, die mich auch nochmal auf diese no poo Geschichte gebracht hat, wäscht ihre Haare mit Roggenmehl und Kaffeesatz und ist damit super zufrieden. Ein sehr gutes und ausführliches Video von ihr zu dem Thema gibt es übrigens hier.

Roggenmehl haare waschen no poo Erfahrungen

Ich habe das mit dem Roggenmehl und dem Kaffee zu allererst ausprobiert, weil sie gar so sehr davon geschwärmt hat und was soll ich sagen: Bei mir war es eine Katastrophe. Ich habe dieses Mehl einfach nicht rückstandslos aus meinen Haaren bekommen, egal wie sehr ich noch unter der Dusche gebürstet habe.  Wenn das Haar dann trocken war und ich es gekämmt habe, rieselten ständig noch die Mehl Rückstände raus. Ich habe übrigens mehrere Mehlsorten probiert, das Ergebnis war bei mir immer das Gleiche. Außerdem hat die Variante mit dem Roggenmehl meinem Haar ein wachsiges Gefühl gegeben, was zunächst nicht ungewöhnlich ist. Nach einigen Wochen war es aber immer noch da und ich bin dann schließlich auf weiße Tonerde umgestiegen.

logona weiße Tonerde haare waschen no poo Erfahrungen

Die ist vor allem für feines Haar und eine empfindliche Kopfhaut geeignet und sollte bei mir also genau das richtige sein. Ich habe sowohl die Waschcreme von Logona, als auch das Tonerde Pulver zum selbst anmischen ausprobiert und kam mit der Waschcreme um einiges besser klar. Das Pulver habe ich wenn mit etwas Wasser und zwei oder drei Tropfen ätherischer Öle, wie beispielsweise Lavendel oder Rosmarin gemischt, da sie sehr beruhigend wirken sollen. Leider ist vor allem die fertige Waschcreme aber nicht sehr ergiebig und so auf Dauer recht teuer. Auch hier hatte ich aber irgendwie das Gefühl, dass auf meinen Haaren ein wachsiges Gefühl zurückbleibt und war somit nach einigen Wochen doch recht frustriert.

ätherische öle lavendel rosmarijn haare waschen no poo Erfahrungen

Das Problem war eigentlich nicht die Optik meiner Haare, denn im Sommer trage ich eh meist low bun und da sieht man es nicht mal, wenn sie leicht fettig wären. Was mich viel mehr gestört hat, ist die Tatsache, dass während der ganzen Wochen ‚no poo’ keine Besserung meiner Kopfhaut in Sicht war. Und das trotz keinerlei Tensiden mehr und obwohl ich nach dem Waschen auch immer mit einer Apfelessig Lösung gespült habe, um den ph Wert wieder auszugleichen.

Ich muss ehrlich sagen, ‚no poo’ war für mich ein Kampf. Es war umständlich, die ersten Wochen rieselten mir das Mehl und der Kaffee vom Kopf und ich hatte nie ein wirklich sauberes Gefühl meiner Haare. Hätte meine Kopfhaut sich dafür um 180 Grad gedreht, wäre es mir das Wert gewesen, aber so war es einfach nur nervig. Es war sogar so, dass ich das Gefühl hatte, meine Kopfhaut spielte während dieser Zeit nur noch mehr verrückt und Besserung war nicht in Sicht.

Ich habe also nach 6 Wochen und einem Frisör Besuch, der mir eh wieder alles komplett durcheinandergebracht und mich sogar in die Hautklinik geführt hat, den Versuch abgebrochen. Seit drei Wochen verwende ich jetzt wieder das Linola Fort Shampoo und was soll ich sagen: Aktuell kein Jucken, kein gar nix mehr. Ich habe ‚no poo’ nicht abgeschrieben. Ich werde vielleicht mal versuchen, die weiße Tonerde mit nur einem kleinen bisschen Linola forte Shampoo zu mischen und werde da generell sicherlich weiter Herumprobieren, denn ich bin nach wie vor der Meinung dass bei sensibler Kopfhaut grundsätzlich weniger mehr ist.

Kann ich euch ‚no poo’ also empfehlen? Auf diese Frage habe ich keine so rechte Antwort. Ich denke, wenn man Lust darauf hat, sollte man es auf jeden Fall ausprobieren, es verlangt allerdings extrem viel Durchhaltevermögen und es gibt Tage, da fühlt man sich einfach nur schrecklich und unsauber und will am liebsten zum Shampoo greifen. Ob man in solchen Momenten aufgibt oder stark bleibt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Ich bereue den Versuch grundsätzlich nicht und werde mich mit Sicherheit auch noch weiter in die Richtung informieren. Lasst es mich doch gerne wissen, welche Erfahrungen ihr mit ’no poo‘ gemacht habt und was ihr zum Haare waschen verwendet.

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    • Danke für den Hinweis. Hab selber auch seit einigen Jahren eine extrem sensible Kopfhaut, die vorher durch zahlreiches Färben und Silikon-Shampoos alles mitgemacht hat und irgendwann zu zicken begonnen hat. Mit dem Balea Kopfhaut Control Shampoo habe ich wider Erwarten sehr gute Erfahrungen gemacht! Auch Benecos Aloe Vera Shampoo und Aubrey Organics GBP Shampoo funktionieren recht gut, trocknen aber etwas aus. Die Hölle sind zusätzliche Moisturizer Produkte. Wenn es mich arg juckt, trage ich das DermoCapillaire Tonikum von Eucerin auf.

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