Oman Vibes

Hier ist er endlich, unser langersehnter Oman Post. Wir erzählen euch heute nochmal ausführlich, wie es uns ganz unverhofft in den Wüstenstaat verschlagen hat und verraten euch, was ihr beachten müsst, wenn ihr in den Oman reisen wollt und was man da überhaupt machen kann. Dieses Land hat nämlich unglaublich viel zu bieten und wir waren selbst total überrascht, was es alles zu entdecken gab, denn den Oman hatten wir vor unserer Reise überhaupt nicht auf dem Schirm.

Aber mal ganz von vorne: Wir sind vor knapp drei Wochen mit gepackten Koffern und Tickets für einen Flug nach Mauritius nach Köln gefahren. Es sollte unser Jahresurlaub werden, denn so richtig Urlaub machen wir beide wirklich nur einmal im Jahr. Alles andere ist immer irgendwie Job und wir sind natürlich unendlich dankbar dafür, dass unser Beruf uns an viele schöne Orte bringt, aber so richtig Urlaub machen muss trotzdem einmal im Jahr sein. Da die letzten Jahre gezeigt haben, dass der Januar bei uns eigentlich immer der ruhigste Monat ist, haben wir uns bewusst diesen Zeitraum ausgesucht und da wir es natürlich schön warm haben wollten und es beispielsweise in den Emiraten um diese Jahreszeit ’nur‘ maximal 23 Grad hat, haben wir eine Woche Mauritius gebucht. Wir wollten uns einfach an den Strand legen, vielleicht ein oder zwei Ausflüge machen und die Füße in den indischen Ozean halten.

Am Kölner Flughafen kam dann jedoch die großer Ernüchterung: Unser Flug wurde gecancelt und sollte erst zwei Tage später abheben. Der Grund: Ein tropischer Wirbelsturm war auf dem Weg nach Mauritius und der komplette Flughafen war für’s erste geschlossen. Ihr könnte euch vielleicht unsere Laune vorstellen, als wir da mit gepackten Koffern in Köln standen und uns gesagt wurde, dass erst mal niemand nach Mauritius fliegt. Uns wurde gesagt, dass wir den Flug zwei Tage später nehmen könnten, aber da wir eh nur eine Woche gebucht hatten, hätte das bedeutet, den 11 stündigen Flug für 4 Tage auf einer Insel auf uns zu nehmen, auf der es wahrscheinlich sowieso nur regnen würde. Natürlich kann niemand etwas für diesen Sturm, aber das hat uns um ehrlich zu sein nur noch hilfloser gemacht, da nicht mal jemand schuld war. Es war einfach so.

Ich habe also bei unserem Reiseveranstalter angerufen und nach unseren Möglichkeiten gefragt und nach einigem Hin und her standen wir schlussendlich vor genau zwei Optionen. Möglichkeit 1 war, alles zu stornieren, nach Hause zu fliegen und unser Geld zurück zu bekommen. Das war an sich mehr als fair, jedoch wussten wir einfach, dass es dann höchstwahrscheinlich erst mal nichts mehr werden würde mit dem Urlaub. Wir sind selbständig, wir haben einfach nicht so viele Möglichkeiten und das war eigentlich der einzige Zeitpunkt, der wirklich gepasst hat. Also haben wir uns für Option 2 entschieden: Am nächsten Abend ging ein Flug nach Salalah, ganz im Süden des Oman. Den haben wir genommen und uns damit tatsächlich mal auf ein Abenteuer eingelassen, denn über den Oman wussten wir so gut wie gar nichts. Uns war klar, dass das ‚irgendwo unterhalb der Emirate‘ ist, aber was man da genau machen kann und ob sich dieses Land für einen Strandurlaub, wie wir ihn wollten eignet: Wir hatten nicht die geringste Ahnung. Wir bekamen vom Reiseveranstalter ein paar Infos übers Hotel zugeschickt und auch wenn es nicht 100% das war, was wir wollten (darauf gehe ich gleich noch genauer ein), so sah es doch okay aus und wir sagten zu.

Wir haben dann also eine Nacht in Köln übernachtet (Die Fluggesellschaft hat uns netterweise ein Hotel besorgt) und sind am nächsten Tag nach ein paar Recherchen erst mal shoppen gegangen. Gepackt hatten wir ja für Mauritius, ein Land in dem die Hauptreligion der Hinduismus ist und in dem wohl alle ganz entspannt sind, was Kleidung angeht. Wir hatten also nur kurze, schulterfreie Kleidchen eingepackt und Eileen hatte jede Menge Hotpants im Koffer. Tatsächlich konnten wir im Oman nichts von all dem anziehen, denn der Oman ist komplett muslimisch und hier sind die Regeln streng. Strenger auch, als wir es beispielsweise von den Malediven kennen. Dort ist die Regel nur ’nicht in Badekleidung ins Restaurant‘, aber das war’s. Im Oman durfte man als Frau nicht mal durch die Hotellobby, wenn Schultern und Knie nicht bedeckt waren. Zugegeben: Viele der Gäste haben sich null daran gehalten, was wir um ehrlich zu sein auch nicht so toll fanden. Wenn es diese Regel schon gibt, sollte man sie unserer Meinung nach auch respektieren. Grundsätzlich kann man übrigens sagen, dass wir es schon gemerkt haben, dass Frauen dort einfach einen anderen Stellenwert haben, als beispielsweise bei uns. Es ist einfach eine andere Kultur und die muss man respektieren. Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir hier bei uns anziehen dürfen, was wir wollen.

Fun fact am Rande: Im Oman gibt es nur eine staatliche Uni und die nimmt Studenten nach Abschlussnote auf. Wenn man jedoch nur danach gehen würde, würden an dieser Uni nur Frauen studieren, da die sich und er Schule wohl einfach mehr anstrengen, als die Jungs. Es gibt also an dieser Uni tatsächlich eine Männerquote, damit auch männliche Studenten dort studieren können.

Wir haben jedenfalls am Tag des Abflugs nochmal den Zara Sale geplündert, was uns wirklich das Leben gerettet hat und waren somit gerüstet. Nachmittags ging es dann wieder zum Flughafen und nach 36 Stunden warten und nochmal Verspätung konnten wir abends endlich abheben Richtung Salalah. Da auf dem Flug übrigens nicht anderes mehr frei war, haben wir Best Class gebucht, das ist sozusagen die Business Class bei Eurowings. Es ist keine vollwertige Business, wie man sie sonst auf Mittel- oder Langstrecke kennt, bei der man sich komplett hinlegen kann, oder ähnliches, aber wir hatten viel mehr Platz als in der Economy und die Sitze hatten hochklappbare Fußstützen. Das hat die Reise definitiv um einiges angenehmer gemacht.

7 Stunden später kamen wir also in Salalah an und hier kam die erste wirklich Überraschung. Dass man für den Oman ein Touristenvisum benötigt, das man aber direkt am Flughafen kaufen kann, wusste ich schon. Dass man das jedoch bar bezahlen muss, weil man sonst einfach das doppelte bezahlt, war uns neu. So ein Touristenvisum kostet knapp 50 Euro und wir zwei Schlauberger hatten natürlich kaum Bargeld dabei,  weil wir uns dachten, wir bezahlen alles mit Kreditkarte. Das kann man zwar machen, aber statt 100 Euro für uns beide haben wir schlussendlich 185 Euro bezahlt, nur weil wir eben mit Karte gezahlt haben. Das also als kleiner Tipp: Nehmt unbedingt das Geld in Bar mit, wenn ihr in den Oman einreisen wollt! Außerdem wurde uns am Flughafen gesagt, dass die Einreise auch nur mit gültigem Reisepass möglich ist und niemand ins Flugzeug gelassen wird, der nur einen vorläufigen Reisepass hat. Das also auch unbedingt beachten!


 

Nach diesem kurzen Schock, der uns aber relativ schnell auch wieder egal war (was sollten wir auch machen, wieder heim fliegen ging ja nicht), ging es also so richtig schön pauschalreisen-klischeehaft zusammen mit 30 anderen Deutschen via Bus in unser Hotel. Gewohnt haben wir im Fanar Hotel, das zu einem größeren Komplex aus mehreren Hotels am Rand von Salalah gehört. Um ehrlich zu sein kam da auch die erste Ernüchterung, denn dieses Hotel ist einfach nicht das, was wir – hätten wir mehr Zeit zum Überlegen gehabt – gebucht hätten. Da wollen wir ganz ehrlich mit euch sein. Wir sind, was das angeht, zugegebenermaßen sehr verwöhnt, denn unser Non Plus Ultra was Strandurlaub angeht, sind und bleiben die Malediven. Wir beide mögen es einfach total, dass man hier seinen eigenen Strandabschnitt hat, es keine Animateure gibt und niemand Liegen am Pool reserviert. Je weniger Menschen und vor allem je weniger Deutsche wir im Urlaub sehen müssen, desto zufriedener sind wir. Das war im Oman anders. Liegen musste man vor dem Frühstück reservieren, täglich mussten wir mit irgendeinem Animateur diskutieren, warum wir wirklich nicht mit ihm Dart spielen wollen und jeden Abend wurden wir bis ca 1 Uhr in abartiger Lautstärke von der Open Air Disco beschallt, die wirklich direkt vor dem Hauptgebäude, in dem auch alle Zimmer sind, stattfand.

Da lief übrigens alles von Helene Fischer bis Eros Ramazotti, denn neben den vielen Deutschen waren die meisten Gäste Italiener. Das war an sich ganz angenehm, denn auch wenn man sich am Strand manchmal vorkam, als wäre man in Rimini und nicht im Oman, waren die Italiener doch völlig in Ordnung und außerdem haben wir es wohl ihnen zu verdanken, dass man sich jeden Abend am Buffet Pizza holen konnte, die gar nicht mal so schlecht war.

Versteht mich nicht falsch: Wir wissen, dass ganz viele genau das im Urlaub suchen und euch allen können wir dieses Hotel absolut empfehlen! Nur für uns war es eben nicht 100% ideal. Wir haben aber trotzdem das beste draus gemacht, denn ganz ehrlich: 28 Grad und strahlender Sonnenschein im Januar, das ist einfach unglaublich viel wert und hat uns tatsächlich auch gereicht. All das, was uns am Hotel gestört hat, konnten wir schon nach einem Tag komplett ausblenden und wir haben einfach nur noch genossen. Verrückt, was so ein bisschen Sonne mit einem anstellen kann. Uns war das übrigens auch gar nicht klar, dass es da so viel wärmer ist, als beispielsweise in Dubai. Salalah liegt aber geografisch gesehen nochmal einiges südlicher, wenn auch nicht ganz so nah am Äquator, wie beispielsweise Mauritius oder die Malediven. Für einen Strandurlaub im Januar ist der Süden des Oman somit aber wirklich perfekt geeignet.

Was man jedoch nicht vergessen darf: Tagsüber hatte es während wir dort waren so zwischen 26 und 28 Grad. Abends kühlt es aber auf ca 18 Grad ab, man sollte also eine Lange Hose und eine leichte Jacke, wie beispielsweise eine Jeansjacke mitnehmen. Letzteres hatte ich durch Zufall eingepackt. Ich weiß überhaupt nicht wieso, denn auf Mauritius hätte es nachts noch 24 Grad gehabt, aber es war wohl mein Glück, dass mein Leitsatz beim Packen immer ‚Weil man weiß ja nie‘ ist.

Wir haben die Woche also größtenteils mit Tanning to the maxx und Fotos machen verbracht, denn auch im Urlaub können wir natürlich nicht aus unserer Haut und während mir in der Sonne liegen und alle halbe Stunde wenden völlig reicht, hat Eileen immer Hummeln im Hintern. Wir haben es aber wirklich geschafft, eine gute Work-Chill-Balance zu finden, mit der wir beide zufrieden waren und unterm Strich war das der erste Urlaub, in dem wir uns eigentlich so gut wie gar nicht gestritten haben und jeder zu dem kam, was er im Urlaub gerne machen wollte.

Dazu haben mit Sicherheit auch die beiden Ausflüge beigetragen, die wir gemacht haben und die wirklich toll waren. Der ein oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen: Eileen wollte schon immer mal in die Wüste. Das war ein riesiger Punkt auf ihrer Bucket List und dass wir den auf dieser Reise abhaken können war natürlich eine große Überraschung. Auf Mauritius hätte es ja vieles gegeben, aber keine Wüste. Unser Reiseveranstalter FTI hat das mitbekommen und uns netterweise einen Wüstenausflug gesponsert. Danke dafür! Leider ist die Wüste bei Salalah ein ganzes Stück im Landesinneren, sodass wir erst mal drei Stunden mit dem Jeep gebraucht haben, bis wir überhaupt dort waren. Das war ein bisschen schade, denn somit bestand die eigentliche Wüstensafari aus zwei mal mit dem Jeep eine Düne hochfahren und dort jeweils für 5-10 Minuten halten. Wir haben natürlich sofort Bilder gemacht, haben aber in der kurzen Zeit weder fotografisch das alles umsetzen können, was wir wollten, geschweigedenn dass wir Zeit dafür hatten, den Anblick wirklich zu genießen. Das war ein bisschen schade, aber trotzdem unglaublich eindrucksvoll und wir sind auf jeden Fall froh, die Wüste gesehen zu haben.

Übrigens ist die Rub al Khali, die im Norden beispielsweise auch an die Emirate angrenzt, die größte reine Sandwüste der Erde und bis auf Satellitenbilder weitestgehend unerschlossen. Es gibt dort auch keine Oasen, nur Sand soweit das Auge reicht. Das ist schon ziemlich beeindruckend und in jedem Fall einen Besuch wert.


 

Direkt am nächsten Tag haben wir dann auch gleich unseren zweiten Ausflug gemacht, eine sogenannte ‚Jebel Safari‘. Die war sehr viel abwechslungsreicher, als die Wüstensafari, weil wir eben nicht erst mal 3 Stunden irgendwo hinfahren mussten, sondern im Halbstundentakt irgendwo gehalten und somit unterm Strich viel mehr gesehen haben. Wir waren beispielsweise ganz oben auf einem Berg, von wo aus man einen unglaublichen Ausblick über die Mirbat Ebene hatte und waren in der einzigen, immergrünen Oase des Oman mit Dromedaren spazieren. Die laufen da überall frei herum und es kann einem schon mal passieren, dass sie die Autobahn kreuzen. Der krönende Abschluss war der Besuch auf dem Taqah Plateau, von wo aus man einen phänomenalen Blick auf den Strand und den Indischen Ozean hatte.

Die Dromedare, die hier auch einfach ‚Kamele‘ genannt werden, sind im Oman übrigens mindestens genauso wichtig, wie für uns Hunde und Katzen. Sie dürfen tagsüber frei rumlaufen und kommen abends zur Fütterung wieder heim zu ihren ‚Herrchen‘. Wenn man sich so nah ranwagt, wie wir das gemacht haben, sollte man auf jeden Fall vorsichtig sein, denn die können ganz schön frech werden und einem schon mal das Essen aus der Hand stibitzen.

Unterm Strich können wir sagen, dass unser Urlaub im Oman absolut nicht geplant war und er war vielleicht auch nicht perfekt, aber trotzdem wirklich wunderschön. Wir haben es tatsächlich geschafft, mal Urlaub zu machen. Wir haben super viel Sonne getankt und unglaublich viele tolle Dinge gesehen und sind froh, diese Reise gemacht zu haben. Mauritius ist übrigens nach diesem Dilemma zumindest für Eileen abgehakt, ich möchte jedoch nach wie vor unbedingt mal hin. Vielleicht klappt es ja irgendwann mal.

Ansonsten wissen wir jetzt wieder, dass wir noch viele Orte auf dieser Welt sehen wollen, für den ‚perfekten‘ Strandurlaub geht aber nichts über die Malediven. Da ist unser Herz irgendwie hängen geblieben…

Weil außerdem noch viele gefragt haben: Wir haben euch hier unsere Urlaubs Playlist angehängt, die Eileen erstellt hat. Viele Songs daraus hat sie bereits auf Insta Stories verwendet und wurde ständig danach gefragt.

 

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