Travelog Umbria

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Heute gibt es endlich den versprochenen Reisebericht / kleinen Travel Guide zu meinem Trip nach Umbrien, den ich vor kurzem mit meiner Familie gemacht habe. Umbrien hat man irgendwie nicht so recht auf dem Schirm, wenn man an Italien denkt. Auch mir kommen da mehr die Toskana, Venedig und die Amalfiküste in den Sinn. Deshalb war ich umso gespannter, als mir meine Familie erzählt hat, dass es dieses Jahr nach Umbrien geht und mich gefragt hat, ob ich nicht für ein paar Tage dazustoßen möchte. Normalerweise fliegen wir ja immer gemeinsam nach Griechenland, aber dieses Jahr sollte es eben mal was Neues sein.

Gesagt, getan, ich habe mir also einen Flug nach Rom und ein Zugticket in die Nähe von Perugia gebucht, denn mit Direktflügen sah es da ab München mau aus. Ryanair fliegt von Frankfurt aus nach Pisa, aber das ist auch in der Toskana und nicht da, wo ich eigentlich hin wollte. Ich habe mich also für die Verbindung nach Rom und dann die Zugfahrt entschieden.

Meine Eltern sind bereits einige Tage zuvor mit dem Auto gefahren und meine Schwester, die mittlerweile in Mainz lebt, ist von Frankfurt nach Pisa geflogen, weil meine Eltern zu dem Zeitpunkt noch in der Toskana waren. Getroffen haben wir uns dann alle in Umbrien.

Lange Rede, kurzer Sinn – Via Flugzeug war es nicht ganz einfach, nach Umbrien zu kommen, aber es war auf jeden Fall machbar, auch wenn es ungefähr den ganzen Tag gedauert hat, bis ich endlich am Ziel war. Ich musste in Rom vom Flughafen mit dem Leonardo Express zum Termini, hatte dort dann ungefähr zwei Stunden Aufenthalt und bin dann weiter mit dem Regionalzug nach Umbrien. Alles ein bisschen lästig, aber absolut machbar.

Das ‚Ziel‘ war in dem Fall die Gegend um Montefalco, einem kleinen Städtchen ca 40 min entfernt von Perugia. Rein rechnerisch ist dort irgendwie die Mitte Italiens, was natürlich zur Folge hat, dass man wirklich unglaublich weit vom Meer entfernt ist. Ich habe auf diesem Trip das Meer kein einziges Mal gesehen und das, obwohl wir wirklich jeden Tag unterwegs waren und auch weite Strecken gefahren sind (bis zu 3,5 Stunden einfach). Ich kann gleich vorweg sagen, dass das das einzige ist, was mich so ein bisschen gestört hat, denn das Meer habe ich schon sehr vermisst. Zum Rest kommen wir jetzt aber nach und nach.

Zunächst mal zu unserer Unterkunft: Viele hatten bereits auf Instagram gefragt, wo wir gewohnt haben und wir hatten eine Wohnung etwas außerhalb von Montefalco gemietet, die zu einem Weingut gehört. Auf besagtem Weingut haben wir dann auch einen Kochkurs gemacht (dazu gleich mehr) und natürlich jede Menge Wein probiert und auch gekauft. Unsere Wohnung hatte zwei Schlafzimmer und war somit für 4 Personen absolut ausreichend. Es gab sogar einen riesigen Kamin im Wohnzimmer, aber der ist wahrscheinlich eher für die Wintermonate gedacht. Ich stelle mir das aber wirklich kuschelig vor. Das Gelände war sehr schön und gepflegt, lag mitten in den Weinbergen und hatte auch einen Pool. Oh und jede Menge Katzen, die nur zu gern gestreichelt werden wollten. Also genau mein Ding. Alles in allem nichts super luxuriöses, aber wirklich hübsch und sehr ruhig.

 

Pitigliano & Saturnia:

 

Wie schon erwähnt, haben wir uns einiges angeschaut und sind eigentlich durch ganz Umbrien und bis rüber in die Toskana gefahren. Ein Stop war ‚Pitigliano‘, ein kleines Städtchen, das auf einem Tuffstein Felsen gebaut wurde und wirklich super eindrucksvoll aussieht. In der Stadt selbst gibt es keine Straßen und keine Autos, nur kleine Gassen, durch die man zu Fuß gehen kann. Da dieses Städtchen wirklich unfassbar hübsch ist, habe ich um ehrlich zu sein mit Massen an Touristen gerechnet, aber das war gar nicht der Fall. Wir waren fast alleine und das war einfach nur toll. Ich bin niemand, der auf Menschenmassen steht und meide daher im Urlaub auch gerne mal die absoluten Touri Hotspots. Da kam mir das natürlich sehr gelegen.

Überhaupt – Umbrien ist viel weniger touristisch und überlaufen, als beispielsweise die Toskana, die ja direkt daneben liebt. Wir waren zwei mal bei unseren Tagesausflügen auch in der Toskana und das war jedes Mal wie ein Schlag ins Gesicht. In Umbrien hingegen war es schön ruhig.

Nach dem Stop in Pitigliano waren wir dann noch in Saturnia, wo es ein Natur Bad mit Kalkterrassen gibt. Leider war es da voller, als hier im Englischen Garten und man konnte da weder wirklich ins Wasser gehen (wäre schon arg kuschelig gewesen), geschweigedenn fotografieren. Da war im um ehrlich zu sein sehr enttäuscht, denn ich hatte mich wirklich darauf gefreut, im warmen Kalkwasser vor mich hin zu dümpeln. Vielleicht waren wir aber auch einfach naiv, zu denken, wir seien da um 16 Uhr einigermaßen alleine…

 

 

Norcia:

Unser nächster Tagesausflug hat uns dann nach Norcia geführt, einer Stadt, in der es eine Straße gibt, die nur aus Metzgern besteht. Da ich ja nun wirklich kein Vegetarier oder Veganer bin, hatte ich mich auch darauf sehr gefreut und wurde definitiv nicht enttäuscht. Überall hinten die Würste und Schinken von der Decke und am liebsten hätte ich so einen kompletten Schinken nach Deutschland importiert. Am Ende wurde es dann nur eine Salami, aber auch die ist wirklich vorzüglich, kann ich sagen. Wäre der Karli dabei gewesen, er wäre in Norcia mit Sicherheit nicht mehr klargekommen bei den ganzen Würsten und Schinken, die da überall rumhingen und -lagen.

Außerdem gab es da jede erdenkliche Art Linsen, denn auch das gehört in Umbrien zu den Spezialitäten. Linsen habe ich mir leider keine mitgenommen, was ich ein bisschen bereue. Ebenso wie ungefähr alles mit Trüffeln.

 

 

Siena:

Nach einem day off sind wir dann rüber in die Toskana nach Siena gefahren. Siena gehört definitiv zum ‚Toskana – Touri – Standard – Programm‘ und war dementsprechend auch so gar nicht meins. Unmengen Menschen, Unmengen Deutsche (ich hab so meine Probleme mit Deutschen im Urlaub…) und irgendwie bin ich mit Siena einfach nicht warm geworden. Natürlich haben wir uns diesen berühmten Platz angeschaut, auf dem jedes Jahr das Pferderennen stattfindet und wo James Bond mit seinem Aston Martin vorbei gebrettert ist und meine Eltern haben auch in Gianna Nanninis Café einen Espresso getrunken, aber ich war um ehrlich zu sein sehr froh, als wir wieder raus waren aus Siena. Nach den ruhigen Tagen in Umbrien war das wirklich ein kleiner Schock. In Siena hätte man auch shoppen gehen können, denn es gab dort einiges an Geschäften, aber das ist für mich im Urlaub eigentlich kein Kriterium.

 

 

Bagni San Filippo:

Nach unserem Besuch in Siena und der ernüchternden Erfahrung in Saturnia hab ich dann nochmal meine Karten App angeschmissen und festgestellt, dass sich die ‚Bagni San Filippo‘ nur eine Stunde von Siena entfernt befinden und grob sogar auf unserem Rückweg liegen. Praktischerweise hatten wir die Badesachen noch im Kofferraum und sind dann also spontan dort hin gefahren. Beste Entscheidung, kann ich nur sagen! Bagni San Filippo besteht ebenfalls aus Kalksteinfelsen, aus denen warmes Wasser kommt, liegt aber mehr im Gebirge und ist daher schwerer zugänglich, als Saturnia.

Das hat zwar zur Folge, dass nur Menschen, die gut zu Fuß sind, überhaupt dort hin kommen, denn man muss fast schon klettern und sehr alte und / oder gehbehinderte Menschen tun sich da schwer, beziehungsweise können sich nur oben aufhalten. Andererseits verteilt es sich so aber auch besser. Wir sind ein bisschen weiter runter geklettert und es war wirklich toll dort und nicht so viel los. Wir konnten zwei Stunden ganz entspannt im warmen Wasser vor uns hindümpeln und uns an die warmen Felsen lehnen. Göttlich, sag ich nur! All diese Naturbäder sind in Italien übrigens kostenlos, sind dann jedoch auch naturbelassen. Keine Umkleiden, keine Toiletten und kein Kiosk. Mich hat’s nicht gestört.

Meine Schwester und ich sind dann natürlich auf diesen Felsen hoch geklettert und ich muss gestehen: Als ich oben war, dachte ich mir kurz, dass das eine blöde Idee war und hab mich wirklich gefragt, ob ich da jemals wieder runterkomme. Sah von unten auch irgendwie nicht so hoch aus…. Ich habe es aber Gott sei Dank unbeschadet wieder runter geschafft, auch wenn das wahrscheinlich der unsexieste Anblick war, den die Menschheit je gesehen hat, als ich da runter gerobbt bin. Auf dem Kalk hat man aber einen super Halt und es ist nicht rutschig. Meine Schwester war da ein bisschen fixer und eleganter als ich, hat sich dafür aber auch den Po aufgeschürft. Also: Vorsichtig sein!

Fun Fact: Der Typ, der auf dem linken Bild ganz unten links im Wasser sitzt, saß da die ganze Zeit und hat in aller Ruhe sein Buch gelesen. Würde ich wahrscheinlich auch so machen, wenn ich da in der Nähe wohnen würde, denn das sah wirklich sehr entspannt aus.

Bagni San Filippo kann ich also absolut empfehlen. Auch wenn wir danach ca 2 Tage lang dezent nach Schwefel gerochen haben, aber hey, wenn’s schee macht…

Todi & Tuscany:

Hier seht ihr übrigens auch nochmal die Landschaft ein bisschen. Das erste Bild ist in Todi entstanden, unweit von Montefalco, wo wir gewohnt haben. Die Aussicht war wirklich wunderschön. Das zweite Bild ist dann auf unserer Fahrt durch die Toskana, irgendwo zwischen Siena und den Bagni San Filippo geschossen worden. Dort war wirklich Toskana, Toskana. So wie man sich das vorstellt, mit den hübschen Häusern und den Zypressen Alleen. Landschaftlich war Umbrien sehr ähnlich zur Toskana. Die Häuser waren eigentlich gleich und auch die Vegetation sehr ähnlich. Auch dort gab es Zypressen und co. Das letze Bild ist der Blick aus unserem Wohnzimmer Fenster. Ihr seht, es war wirklich sehr ruhig dort und mit Pool und Weinbergen im Hintergrund.

 

Cucina in Cantina:

Das letzte Highlight meiner Reise war dann definitiv der Kochkurs, den wir auf dem Weingut gemacht haben. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Pasta selbst gemacht (ist eigentlich echt nicht schwer) und auch sonst gab es allerlei Leckereien. Wie ich auf Instagram Stories schon gesagt habe, ist dieser Kochkurs nichts für Profis, die wirklich noch etwas lernen wollen, sondern wirklich für Anfänger, oder Leute wie mich, die einfach Spaß an der Sache haben. Bis auf die Sache mit der Pasta war für mich nichts neu und die Rezepte waren nicht super kompliziert, sondern im Gegenteil sogar sehr einfach. Die Zutaten waren aber sehr hochwertig und so war das Ergebnis mehr als lecker. Außerdem haben wir uns bei der Gelegenheit auch durch die Weine probiert und das war natürlich auch recht interessant (und hat dazu geführt, dass wir danach alle erst mal ein Nachmittagsschläfchen machen mussten…). Mein Papa hat außerdem schon geplant, die Sauna bei sich daheim im Haus rauszuschmeißen (aktuell lagern da eh nur die Gartenmöbel drin) und einen Weinkeller einzubauen. So ein Urlaub auf einem Weingut kann also einiges bewirken.

Geleitet wird der Kochkurs von einer Australierin, die seit 20 Jahren in Umbrien lebt und ein absoluter Girlboss ist. Er findet also auf Englisch statt und wir hatten viel Spaß und haben eine Menge mit Wendy, der Kochlehrerin gequatscht. Wendy hat außerdem noch eine italienische Assistentin, die für mich der Inbegriff einer italienischen Mama war. Wie die den Teig geknetet hat, war fast schon eine Wissenschaft und ich finde es einfach nur toll, solchen Mamas oder Omas dabei zuzuschauen, wenn sie kochen.

Abschließend kann ich sagen, dass Umbrien meiner Meinung nach wirklich unterschätzt wird. Landschaftlich ist es dort genauso schön, wie in der Toskana, aber viel weniger überlaufen und im allgemeinen einfach ruhiger. Bis auf das fehlende Meer (weil ja Mitte Italiens) war es wirklich toll dort und ich bin froh, so viel gesehen und erlebt zu haben. Wer also in Italien bisher nur die üblichen verdächtigen Orte gesehen hat, der sollte vielleicht mal über eine Reise nach Umbrien nachdenken. Ich kann es wirklich empfehlen!

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