How to Dirndl

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Das Dirndl ist wahrscheinlich eines der wenigen Kleidungsstücke, das ausnahmslos jeder Frau schmeichelt, das beste aus ihrer Figur holt – ganz egal ob super dünn, oder mit etwas mehr auf den Rippen – und das deshalb nicht nur wir lieben und jedes jahr spätestens zur Wiesn gerne ausführen. Eine erste Dirndl Inspiration haben wir euch schon vor einigen Wochen gezeigt und heute wollen wir das ganze mit einem ausführlichen ‚How to Dirndl Post’ feat. Cocovero auf die nächste Stufe bringen.

Was macht eigentlich so ein Dirndl aus? Worauf muss ich achten? Was sind die No Gos? Und wie zum Geier binde ich meine Dirndlschleife hübsch und vor allem auf welcher Seite binde ich sie? Fragen über Fragen, zu denen wir euch heute hoffentlich eine Antwort liefern können.

Was uns dazu qualifiziert: Naja zumindest ich (Anja) bin in Bayern geboren und lebe schon immer hier und auch Eileen darf die Gegend um München seit über 10 Jahren ihr Zuhause nennen. Wir beide lieben Dirndl und besitzen mittlerweile eine beachtliche Sammlung. Nichts desto trotz mussten auch wir uns durch einige – nennen wir es mal „Dirndl Phasen“ kämpfen, um schlussendlich zu erkennen, worauf es beim Dirndl ganz ungeachtet von aktuellen Trends für uns wirklich ankommt.

Der richtige Look

Gleich vorweg: DEN richtigen Dirndl Look gibt es nicht, es gibt so viele verschiedene Schnitte, die alle dem traditionellen Dirndl entsprechen und somit ist man da glücklicherweise nicht festgelegt. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was gefällt, auch wenn natürlich einige Dinge oftmals weniger der gesehen werden, aber auch da sollte man unserer Meinung grundsätzlich tolerant sein. Was viele nicht wissen: Das, was wir heute als „Dirndl“ bezeichnen, hat meistens nicht mehr viel mit der traditionellen bayrischen oder auch österreichischen Tracht zu tun. Das ist jedoch völlig okay, denn es ist in den meisten Fällen auch nicht der Plan, eine komplett traditionelle Tracht zu tragen. Wir sind ja schließlich nicht alle im Trachtenverein. Nichts desto trotz haben wir in den vergangenen Jahren einfach zu viele Kleider gesehen, die die Bezeichnung „Dirndl“ einfach nicht verdient haben. Von schrillen Farben und wilden Stoffen bis hin zu knallkurz oder schnittechnisch einfach dermaßen abgewandelt, dass die Kleider wirklich nichts mehr mit Dirndl zu tun hatten. Und ja, auch wir mussten da durch und auch wir hatten Exemplare im Schrank, die man eigentlich nicht als „Dirndl“ bezeichnen kann. Mittlerweile sind wir aber geheilt und würden mal behaupten, dass die Dirndl, die wir besitzen, auch wirklich solche sind. Auch der Trend geht glücklicherweise wieder hin zum traditionellen Look und scheinbar aus der Mode gekommene Schnitte, wie beispielsweise Dirndl mit Ärmeln aber dafür ohne Bluse oder auch hochgeschlossene Blusen werden wieder in. Wir finden diese Entwicklung toll und tatsächlich habe ich (Anja) auch im Schrank meiner Oma schon Modelle entdeckt, die langsam wieder in werden. Leider kann ich mit Omas Oberweite absolut nicht mithalten, sonst würde ich mir da mit Sicherheit mal so ein Vintage Modell ausleihen.

cocovero dirndl wins 2016 wie trage ich ein Dirndl richtig

Die richtige Rocklänge

Wir sind ganz ehrlich, kurze Dirndl fanden wir schon immer schrecklich. Wir verstehen auch nach wie vor nicht, warum sowas überhaupt als Dirndl an ahnungslose Touristen verkauft wird. Unserer Meinung nach müsste man die Leute fast schon dazu zwingen, nur Dirndl zu tragen, die mindestens bis zum Knie gehen, indem man diese seltsamen Faschingsmodelle aus dem Verkauf nimmt. Leider haben wir in der Hinsicht auch keine Toleranz. Für uns muss die Rocklänge mindestens 65 cm betragen, bei großen Frauen 70cm+. Es zaubert übrigens auch ein viel schöneres uns schlankeres Bein, wenn der Rock nicht allzu kurz ist. Das mit dem Rock ist aber wohl nichts desto Trotz natürlich auch Geschmacksache und wer sich in einem kurzen Rock wohler fühlt, dem wollen wir das gar nicht ausreden. Für uns ist es jedoch keine Option.

Der richtige Stoff

Der Trend geht ganz klar zum Waschdirndl, das meist aus Baumwolle besteht und das man – wie der Name schon sagt – bei 30 °C in die Waschmaschine stecken kann. Das ist nicht nur praktisch, wenn man selbst oder jemand anderes einen bekleckert hat (was sich auf der Wiesn fast nicht vermeiden lässt), sondern sieht auch wirklich schön aus. Bestickte Spitzenschürzen mit Perlen und Glitzer hingegen sieht man aktuell fast gar nicht mehr mehr. Was wir aber zum Beispiel cool finden, ist ein einfaches Baumwolldirndl mit einer leicht glänzenden Schürze. Wir selbst haben auch Dirndl im Schrank, bei denen die Stoffe kombiniert werden.

Ansonsten: Baumwolle ist in, Plastik ist out. Wenn dann bitte Seide oder andere hochwertige Stoffe.

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Wie binde ich meine Schleife richtig?

Das gute, alte Schleifenthema… Wo binde ich sie denn nun, um der Männerwelt die richtigen Signale zu setzen und wie genau mache ich das? Fakt ist, nach ein paar Bier ist es der Männerwelt tatsächlich wurscht, wo ihr eure Schleife bindet. Ob nun rechts, links, oder in der mitte, wenn euch jemand anbaggern will, dann tut er das, auch wenn die Schleife rechts sitzt. Das bedeutet nämlich eigentlich „vergeben“, bezeíehungsweise sogar „verheiratet“, wenn mans ganz genau nehmen will.

Wer single ist und das auch zeigen möchte, bindet seine Schleife links, aber wie erwähnt, eine rechts gebundene Schleife wird euch wahrscheinlich nicht vor schlechten Anmachsprüchen beschützen. Was jedoch gar nicht geht, ist die Schleife mittig zu binden, denn das bedeutet Jungfrau und damit stachelt man die Meute wahrscheinlich nur noch mehr an. Ebenfalls ein Nogo: Die Schleife hinten binden, denn das machen nur Wiesn Bedienungen. Die Entscheidung zwischen rechts und links müsst ihr also selber fällen, aber wie gesagt: Unterm Strich wird es wahrscheinlich keinen Großen Unterschied machen.

Übrigens ist es einfacher, als gedacht die Schleife schön zu binden und die Mädels von Cocovero haben dazu extra ein kleines Video gemacht. Auch wir gucken uns das vor jedem mal Dirndl tragen wieder an, weil man es einfach viel zu schnell vergisst, aber damit gelingt die Schleife auf jeden Fall.

Die richtige Bluse

Auch bei der Wahl der Bluse kann man einiges falsch, aber Gott sei Dank auch vieles richtig machen. Auch hier haben wir in der Vergangenheit den ein oder anderen gruseligen Trend miterlebt, wie zum Beispiel die schulterfreien Carmen Blusen, mit denen man mehr wie Esmeralda aussah, als wie jemand, der eine Dirndlbluse trägt.

Momentan geht der Trend zum einen zu enganliegenden Ärmeln – blickdicht oder aus Spitze – was wir wirklich sehr schön finden, da das den Look noch etwas zarter und filigraner macht, als große Puffärmel. Außerdem sind hochgeschlossene Blusen aktuell total in und auch das ist ein Trend, der uns gut gefällt, wenngleich sich vor allem die Männerwelt erst dran gewöhnen müssen wird. Wir beobachten das jetzt schon seit einiger Zeit, dass man im Dirndl nicht mehr so viel Brust zeigt und wir beide tragen in manchen Dirndln sogar gar keinen BH, weil das einfach zu viel wäre. Da sind die hochgeschlossenen Blusen natürlich super, denn man muss sich keine Gedanken machen, dass einem eventuell was rausfallen könnte. Außerdem verleihen sie dem Look etwas Strenges, was das Dirndl auf seine eigene Art und Weise sexy macht. Bei mir wird dieses Jahr also noch mindestens eine hochgeschlossene Bluse einziehen, denn mit der Bluse kann man den Look von so einem Dirndl natürlich nochmal komplett verändern.

Was wie ihr seht ebenfalls geht: Dirndl ohne Bluse. Die Voraussetzung dafür ist eigentlich nur, dass das Dirndl zumindest kleine Ärmlichen hat, denn sonst sieht es wohl ein bisschen zu nackt aus. Wir finden diese Baumwoll Variante ohne Bluse aber wirklich wunderschön.

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Teuer vs. Günstig

Wie viel zahlt man denn nun für ein schönes Dirndl? Wir sind ehrlich mit euch und sagen euch dass ihr für 90 Euro im Kaufhaus wahrscheinlich kein qualitativ hochwertiges Dirndl bekommen könnt. Ich (Anja) habe vor einiger Zeit eine Saison lang im Trachtenverkauf gearbeitet und habe die verschiedenen Dirndl aus den unterschiedlichen Preisklassen an der ein oder anderen Trägerin gesehen. Die „günstigen“ Dirndl unter 250 Euro saßen eigentlich an niemandem richtig. Was australische Touristen wahrscheinlich nicht großartig stören wird, ist doch etwas, worauf man als Einheimischer achten sollte. Wenn ihr euer Dirndl öfter tragen wollt und das vielleicht auch mal zu Omas Geburtstag oder der Abizeugnisvergabe, dann solltet ihr ein bisschen was investieren. Die Stoffe sind einfach hochwertiger, die Verarbeitung meist besser und die Dirndl sitzen schöner.

Ab 250 Euro kann man da unserer Meinung nach anfangen und die besten Erfahrungen haben wir (leider) mit Dirndln zwischen 450 und 800 Euro gemacht. Darüber sind auch wir noch nicht gegangen, denn diese Preise schrecken uns dann doch etwas ab.

So ein Dirndl kann man sich übrigens aber auch gut zum Abitur oder dem bestandenen Studium/Ausbildung zum Beispiel von den Eltern schenken lassen. Das ist nicht nur ein tolles Geschenk sondern auch eine schöner Verbindung.

Auch schöne Blusen sind übrigens nicht günstig und man ist zwischen 80 und 200 Euro locker dabei. Alles in allem, mit Bluse und womöglich noch einer schönen Strickjacke darf man also wohl tatsächlich zwischen 650 und 800 Euro einplanen, wenn man etwas wirklich hochwertiges möchte, von dem man auch lange etwas hat. Wer aber eh schon weiß, dass er sein Dirndl wahrscheinlich nur einmal im Jahr zur Wiesn trägt und nicht so viel Geld ausgeben kann oder möchte, dem raten wir trotzdem, sich nicht unter 250 Euro umzusehen, oder einen Abstecher zum Second hand Laden zu machen. Da gibt es nämlich teilweise sehr schöne gebrauchte Dirndl für wenig Geld. Natürlich muss man da ein wenig suchen, aber wir haben jetzt schon an einigen Leuten tolle Vintage Dirndl gesehen, die teilweise ab 20 Euro gekostet haben. Wer also etwas Geduld und Muße hat, sollte sich da definitiv mal umsehen.

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Welche Schuhe und Accessoires?

Wenn ihr nun also euer Traumdirndl habt, stellt sich natürlich auch die Frage, welche Schuhe, Tasche und Schmuck man dazu nun kombiniert. Zu den Schuhen müssen wir euch leider sagen, dass alles total bequeme ein absolutes Nogo ist. Sneaker, Chucks (Gott bewahre) und auch Ballerinas gehören nicht zum Dirndl. Erstens hat das nichts mit Tracht zu tun und zweitens sehen diese Schuhe auch wirklich blöde aus, machen kein schönes Bein und lassen einen winzig wirken, vor allem wenn man ein Midi Dirndl trägt.

Wer’s ganz richtig machen will, trägt klassische Trachtenschuhe, oder zumindest T Steg Pumps. Letztere gibt es in allen Farben und auch Wildleder, Glattleder oder Lack. Die lassen sich dann entweder solo oder mit Trachtensöckchen oder Strumpfhose tragen. Vor allem die Söckchen haben es uns aktuell total angetan, sind aber natürlich kein Muss. Wir finden sie aber total süß und welcher Deutsche trägt nicht gerne Socken in offenen Schuhen? Das liegt ja sozusagen in unserer Natur…

Wer keine High Heels tragen möchte, für den eigenen sich auch schlichte Booties oder Stiefletten in schwarz oder beige. Ein bisschen Absatz sollte schon sein, aber dann sehen auch schlichte Wildleder Booties cool zum Dirndl aus.

Beim Thema Taschen waren wir übrigens lange Zeit komplett überfragt. In München hat es sich so eingebürgert, sich die farblich passende Valentino oder Chloé umzuhängen, wir finden diesen Trend aber ähnlich dämlich, wie Hüte mit Pfauenfedern.

Auf der Suche nach einer passenden Tasche haben wir uns also durch mehrere Second Hand Läden gewühlt und sind schließlich fündig geworden. Auf die Idee mit den Gobelin und Petit Point Taschen zum Dirndl hat uns Sophia gebracht, deren Tasche wir schon letztes Jahr bewundert haben. Ich habe nun also auch eine Gobelin Tasche mit Blumenmuster, die eigentlich zu allen meinen Dirndln passt und dazu um einiges besser aussieht, als wenn ich mir meine Valentino umschmeißen würde. Für alle, die keine extra Tasche kaufen wollen, empfehlen wir, einfach eine ganz schlichte kleine schwarze oder beige Umhängetasche zu tragen. Damit kann man eigentlich auch nichts verkehrt machen.

Beim Schmuck halten wir es schlicht. Ich bin ja sowieso kein großer Schmuckfan und auch Eileen trägt meistens nur eine zarte Goldkette. Was ich aber besitze, ist ein Charivari, mit dem man jedes noch so schlichte Dirndl dezent und traditionell aufpeppen kann.

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Sich wohlfühlen

Neben allen Do’s und Dont’s zum Thema Dirndl ist es unterm Strich eigentlich nur wichtig, dass ich euch wohlfühlt. Wahrscheinlich ist es überflüssig, das dazu zu sagen, aber wer gerne Puffärmel mag, der soll Puffärmel tragen. Selbiges Gilt für Schnürungen oder die Froschmaulborte. Und wenn ihr’s kurz wollt, dann wollt ihr’s eben kurz, das ist dann auch okay. Wir hoffen natürlich trotzdem, dass wir mit unserem kleinen Guide dem ein oder anderen verwirrten weiterhelfen konnten, die für sich richtige Wahl zu treffen und freuen uns schon riesig auf die Wiesn 2016.

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  • Super schöner Post, und die Bilder sind (wie immer) mega schön. Verfolge euch schon so lange im Web, und bin immer wieder positiv überrascht 🙂

    Viele Grüße!

    Melina

  • Ein wirklich toller Post! Ihr habt es richtig gut erklärt.
    Und ich liebe eure Dirndl sooo sehr, sie sind einfach wunderschön und stehen euch so wunderbar <3

    Liebste Grüße
    Bianca

  • Schöner Post, wie immer. Ich mag es sehr, wie ihr eure Meinung darlegt, aber auch sagt, was für euch gar nicht geht. Weiter so!

  • Ja Hüte mit Federn sind wirklich hässlich 😀 Bei euch sehen die Dirndl ohne Bluse wirklich toll aus. Leider habe mir erst letzte Woche eins bei https://trachtenshop.de/damen-trachtenwelt/ mit einer Dirndlbluse bestellt. Allerdings Hochgeschlossen mal sehen ob mir das steht. Bezüglich der Asseccoires, wo kauft ihr euren Trachtenschmuck? lg

    • Das Dirndl ist von Cocovero, aber leider von vor zwei Jahren und so nicht mehr erhältlich. Das Modell kommt aber vielleicht dieses Jahr wieder in anderen Farben raus, vielleicht ist da ja für dich was dabei.

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