Wie authentisch sind Werbeposts?

Transparenz: Unbezahlte Werbung / Anzeige.

Dass sich auf den meisten größeren Blogs neben persönlichen Geschichten und Outfits auch bezahlte Werbung findet, ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr. Auch wir bieten diese sogenannten Advertorials an und auch wir bekommen Geld dafür. Diese Posts sind bei uns immer als solche gekennzeichnet und wir hatten eigentlich auch noch nie das Gefühl, dass die Artikel auf Ablehnung stoßen, oder weniger gern gelesen werden. Ganz einfach auch deshalb, weil in diesem Posts nicht weniger Arbeit steckt, als in allen anderen und wir sie immer nach unserem eigenen Gefühl und Geschmack gestalten. Grundsätzlich ist es so, dass wir Blogger diese Advertorials schlichtweg machen müssen, wenn wir das Bloggen als unseren Job bezeichnen wollen. Anders könnten wir unsere Miete einfach nicht bezahlen.

Nichts desto Trotz haben wir uns in letzter Zeit so unsere Gedanken gemacht, wie diese Advertorials beim Leser ankommen und wie es sich grundsätzlich auf die Authentizität von Bloggern auswirkt. 

Gekaufter Post = gekaufte Meinung?

Eine Frage, die man sich als Leser durchausaus stellen kann, wenn man sieht, dass ein Blogger Geld für einen Post bekommen hat, ist die, ob das was da alles über XY steht, auch wirklich der Meinung des Bloggers entspricht. In dem Fall können wir natürlich nur für uns selbst sprechen, aber wir können sagen: Ja das ist unsere Meinung! Wir haben schon so viele Anfragen abgelehnt, weil wir ein Produkt unpassend für uns fanden, oder uns einfach nicht damit identifizieren konnten. Bei Anfragen wie „Uns gefallen besonders die DIYs auf eurem Blog, wollt ihr nicht mal mit uns zusammenarbeiten?“ können wir nur noch den Kopf schütteln. Auf unserem Blog gibt es ja viel zu sehen, aber dass wir DIYs machen, wäre mir neu und somit ist eine Kooperation aus diesem Bereich bei uns auch völlig fehlplatziert.

Was uns ebenfalls wichtig ist: Natürlich gibt es bei manchen Kooperationen inhaltliche Vorgaben, beziehungsweise bestimmte Key Messages, die der Kunde gerne im Blogpost sehen möchte. Nichts desto Trotz würden wir uns niemals einen Text vorschreiben lassen. Was das angeht, haben wir uns auch schon mit der ein oder anderen Agentur angelegt, aber darauf legen wir extrem viel Wert. Ihr könnt euch also sicher sein: Wenn wir euch ein Produkt vorstellen und empfehlen, dann nur, wenn wir es selbst auch wirklich gut finden.

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Unterschätze niemals deine Leser 

Uns ist außerdem vollkommen bewusst, dass unsere Leser nicht blöd sind und sehr genau unterscheiden können, was noch wir sind und was schon gekauft ist. Das ist ein Fehler, den leider so mancher Blogger macht. Niemals sollte man seine Leser für dumm verkaufen.

Um euch mal ein Beispiel zu nennen: Wir haben vor einiger Zeit eine Kooperation mit Gesichtspflegemarke gehabt und eine neue Tagescreme vorgestellt. Nun ist es so, dass Anja vor allem auf Snapchat unglaublich viel über Gesichtspflege redet und sich sehr genau damit beschäftigt. Hätte sie ihren Lesern diese Creme aus dem Nichts aufgetischt, hätten sich wahrscheinlich alle gedacht: „Was will die denn jetzt damit? Auf Snapchat die ganze Zeit von anderen Sachen reden und jetzt kommt sie mit der Creme um die Ecke?“

Tatsächlich haben wir diese Kooperation damals aus einem Zufall heraus angenommen. Die Firma hatte uns nämlich völlig unabhängig davon ca zwei Monate zuvor schon die Creme völlig unverbindlich zum Testen zugeschickt und so hatten wir bereits einige Zeit gehabt, um uns eine Meinung darüber zu bilden. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir diese Kooperation abgelehnt, denn wir können euch schlichtweg keine Creme nach einmal Ausprobieren vorstellen. Ihr seht also: Manchmal ist es eine Gratwanderung und man muss sich ganz genau überlegen, welche Kooperationen man machen kann und welche nicht.

Sind wir Blogger bestechlich?

Natürlich können wir auch hier nicht für die gesamte Blogospähre sprechen und es gibt mit Sicherheit Blogger, die auch ein Produkt bewerben, mit dem sie sich nicht identifizieren können, wenn die Summe stimmt. Auch uns ist es schon untergekommen, dass wir eine Kooperation abgelehnt haben und uns dann plötzlich eine höhere Summe angeboten wurde, damit wir es doch machen. Wir können hier nur sagen: Für uns hätte das was von ‚Seele verkaufen’, wenn wir euch etwas vorstellen, nur weil uns viel Geld geboten wurde. Und wie schon erwähnt, ihr würdet es sowieso merken und schlussendlich schaden wir uns damit nur selbst.

Wie ihr also sehen könnt: Die Auswahl der Kooperationen gestaltet sich manchmal gar nicht so leicht und man muss sich genau überlegen, was zu einem selbst und dem Blog passt. Schlussendlich muss jeder selbst wissen, wie er das handhabt, aber für uns ganz persönlich ist Authentizität das, was uns Blogger eigentlich auszeichnen sollte und auch wenn wir nicht alles umsonst machen können: Man sollte sich sehr genau überlegen, welche Kooperationen man eingeht und welche nicht.  Manchmal ist es besser, für den Moment eine gut bezahlte, aber unpassende Kooperation abzulehnen, aber damit eine inhaltliche Richtung festzulegen, mit der man auf lange Sicht besser fährt.

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Blogger als Dauerwerbesendung

Was wir in letzter Zeit vor allem auf Snapchat vermehrt beobachten ist die Tatsache, dass so mancher Blogger oder Influencer außer Werbung überhaupt gar nichts anderes mehr zeigt. Das finden wir mehr als bedenklich, den zumindest wir folgen den Leuten, weil wir gerne sehen wollen, was sie machen und wollen nicht ständig mit Werbung zugebombt werden. Wenn aber wirklich restlos alles gesponsert ist, dann finden wir das schon bedenklich.

Ähnlich verhält es sich auf Blogs, auf denen ausnahmslos jeder Blogpost eine Kooperation ist. Wir versuchen ganz bewusst, das in einem angebrachten Verhältnis zu mischen und bei uns sind mehr als 50% der Posts nicht bezahlt. Für uns bedeutet das zwar, dass mit den bezahlten Aufträgen auch die Zahl der Beiträge steigt, die wir unentgeltlich schreiben ‚müssen‘, damit das Verhältnis im Gleichgewicht bleibt, aber das ist es uns absolut wert, um unsere Authentizität zu wahren und den Fokus auch weiterhin darauf zu legen, worum es uns beim Bloggen immer ging: Unseren Lesern zu zeigen, was wir machen, was wir wirklich mögen und was uns beschäftigt.

Wir hoffen, wir konnten für den ein oder anderen ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und werden auch weiterhin an unserer Strategie festhalten. Auch wenn sich damit die Arbeit irgendwann um ein Vielfaches potenziert, aber das ist ja genau das, was uns Spaß macht.

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  • Wieder mal ein richtig toller, offener und symphatischer Blogpost. Vor allem gefällt mir der Absatz „Blogger als Dauerwerbesendung“ sehr gut. Das finde ich bei manchen Bloggern auch sehr bedenklich und macht irgendwann keinen Spaß mehr, bis man den Personen dann entfolgt. Eure Beiträge und Snaps schaue ich mir immer sehr gerne an.
    Macht weiter so 🙂

  • Unfassbar schöne Bilder und toller Text! 🙂 ihr erfüllt in meinen Augen genau das, was man von Bloggern erwartet! Macht weiter so, ihr seid toll!
    Liebe Grüße,
    Julia :*

  • klasse, dass ihr da so offen und ehrlich seid. ihr gehört zu den wenigen Bloggern, die wirklich noch authentisch posten, was zu ihnen passt (merkt man vor allem, wenn man auf anderen Blogs / Instagram / Snapchat auf einmal nur noch die gleichen Sachen sieht und man direkt merkt: ah, da ging ein XXL-Versand raus). i like! auch eure Transparenz-Angaben finde ich super. obwohl ich etwas enttäuscht war zu lesen, dass die Aigner Tonda Bag offenbar auch gesponsort war, dabei geht es gerade bei der Tasche doch um den guten Zweck und den Erlös der Taschen. schade.

    abgesehen davon: weiter so ihr beiden <3

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