Mit 36K arbeiten wir nicht zusammen

Es sind Pressdays und wie jedes Jahr zu den Pressdays haben wir auch dieses Jahr sehr genau ausgewählt, was wir uns ansehen und was nicht. Die Pressdays sind natürlich an sich nicht unwichtig, zum einen um natürlich auf dem Laufenden zu bleiben, was Trends und kommende Kollektionen angeht, zum anderen aber natürlich zur Kontaktpflege und zum networken. Oft war man mit Agenturen lange nur per Mail in Kontakt und die Pressdays sind eine gute Gelegenheit, sich mal persönlich kennenzulernen. Nichts desto Trotz sind die Pressdays natürlich auch Stress, weil man zum einen eine wahnsinnige Fülle an Informationen verarbeiten muss und zum anderen gerne mal das Gefühl hat, mehr oder weniger ‚durchgeschoben’ zu werden. Wir gehen also schon seit einigen Jahren nur noch sehr ausgewählt auf Pressdays und haben uns auch dieses Jahr nur einige wenige Anlaufstellen herausgesucht, die wir besuchen wollten. Bei Station 2 an unserem Pressday Tag waren wir also zu gast bei einer Agentur, die wir schon lange kennen und mit der wir schon desöfteren zusammengearbeitet haben und die recht viele Kunden betreut.

Auch hier wollten wir uns nur einige wenige Kunden ansehen und sind somit relativ zielstrebig zum Stand einer Firma, die uns interessiert und mit der wir gerne ins Gespräch kommen wollten. Die Dame vor Ort war auch wirklich freundlich, hat uns alles gezeigt und uns die Produkte erklärt. Auf unsere Frage, ob die Firma denn auch generell mit Bloggern zusammenarbeiten würde und ob da eventuell Interesse an einer Kooperation bestehen würde, wurde sie dann jedoch recht schnell konkret:

„Also prinzipiell arbeiten wir schon mit Bloggern zusammen, aber ihr kennt das ja, diese Influencer schießen wie Pilze aus dem Boden, weshalb wir hier sehr genau auswählen müssen. Der Kunde legt großen Wert auf eine schöne Optik und ein einheitliches Bild etc.“

Soweit so gut. Diese Aussage fanden wir an sich recht positiv und zu diesem Zeitpunkt waren wir auch noch recht selbstbewusst, da wir wie ihr wisst wahnsinnig viel Arbeit in unsere Bilder stecken und auch selbst der Meinung sind, dass unser Blog uns Social Media optisch durchaus ansprechend sind. Dann kam jedoch folgendes:

„Wie viele Instagram Follower habt ihr denn?“

„Momentan 36K“

„Oh, na da seid ihr schon raus, das ist zu wenig. Mit 36K arbeiten wir nicht zusammen.“

Ich bin ganz ehrlich, wir mussten uns in diesem Moment beide extrem zusammenreißen. Innerlich ist uns aber nur noch die Kinnlade runter geklappt.

sonntagtratsch follower problem Instagram kaufen lifestyle blog münchen

„Naja aber dafür ist unser Engagement ziemlich gut und auf dem Blog sehen die Zahlen auch nochmal anders aus.“, versuchte Eileen die Situation noch zu drehen, aber keine Chance, die PR Dame blockte sofort ab.

„Ich bin da am Ende auch nur Dienstleister und das sind einfach die Vorgaben vom Kunden. Da kann ich mich auf den Kopf stellen, der wird seine Meinung nicht ändern. Wir arbeiten nur mit großen Influencern zusammen.“

Wir sind ein bisschen bedröppelt wieder abgezogen und waren um ehrlich zu sein mehr als vor den Kopf gestoßen. Nicht nur, dass die gute Frau sich null für die Zahlen auf dem Blog interessiert hat, sondern nur für Instagram, es war ihr auch völlig egal, wie die Interaktion mit unseren Follower aussieht, wie unser Feed an sich gestaltet ist, wie wir arbeiten etc. Engagement war für sie völlig unwichtig. Einzig und allein die Zahl der Follower zählt. In so einer Situation bin ich immer sehr versucht, zu sagen: „Wenn ich mir 50K kaufe, kommen wir dann ins Gespräch?“

Erst diese Woche haben die lieben Mädels von amazed einen Artikel zu dieser Thematik veröffentlich, in dem wir uns absolut wiederfinden. Es ist für uns schon seit einiger Zeit schwierig, Kooperationen für den Blog zu bekommen, weil alle sich nur noch an Instagram aufhängen und wir da mit unseren mickrigen 36K schlichtweg nicht mitspielen dürfen. Wieso ist das so? Wieso sind 36.000 Follower, von denen ein großer Teil unsere Bilder sieht, liked und kommentiert weniger wert, als die gekauften 110.000 von jemand anderem, der auf seine Bilder weniger Likes bekommt, als wir? Uns ist das um ehrlich zu sein völlig schleierhaft und wir können darüber nur noch den Kopf schütteln.

Das schlimme ist, dass Blogger wie wir und andere, die es teilweise schon 5 mal so lange gibt, wie irgendeinen aus dem Boden geschossenen Influencer, plötzlich ums Überleben kämpfen müssen.

Bei ca 70% der Kooperationsanfragen möchte die Firma oder Agentur unsere Blog Zahlen nicht mal wissen. Wir werden schlichtweg nicht danach gefragt. Wichtig ist nur Instagram. Dabei ist es jedoch der Blog, der autark von Algorithmen läuft, den wir komplett in der Hand haben und bei dem unser Content auch auf lange Sicht zählt. SEO rückt auf Instagram komplett in den Hintergrund, weil es nur ums schnelle feuern geht, aber wir bekommen beispielsweise auf dem Blog einen Großteil unseres Traffics über Google rein. Also wieso ist das so unwichtig geworden?

sonntagtratsch follower problem Instagram kaufen lifestyle blog münchen

Wir haben die PR Dame auf dem Pressday nicht umsonst gefragt, ob die Firma mit Bloggern zusammenarbeitet. Wir haben sie nicht nach Influencern gefragt, denn als solche sehen wir uns nicht. Wir sind Blogger, wir haben eine eigene Website, die wir füttern, optimieren und gestalten und in der unser Herzblut steckt. Wir sind mehr als nur 36K und wir sind es langsam leid, uns auf diese dämliche Zahl reduzieren zu lassen.

Außerdem sehen wir es nicht ein, unseren Traum vom Bloggen wegen Instagram an den Nagel hängen zu müssen. Das wäre nämlich genauso idiotisch, wie es klingt.

Bleibt also nur zu hoffen, dass Agenturen und Firmen langsam beginnen, umzudenken, denn so wie es aktuell läuft, könnten viele ihr Geld auch einfach verbrennen. So hart es klingt, aber genau das ist es, wenn man Werbung bei einem Influencer bucht, der komplett gekauft hat und auf nichts anderes Wert legt, als auf die Followerzahl.

Im Übrigen und weil ich es zwar irgendwie voraussetze, jedoch weiß, wie das hier so ist und dass nicht jeder das versteht: Nicht jeder große Influencer hat gekauft. Das möchte ich mit keinem Wort sagen. Uns würde es nur sehr freuen, wenn sich Agenturen mal ein bisschen mehr mit solchen Dingen beschäftigen würden, denn dann würde dieses „Wir arbeiten nur mit über 100K zusammen und Engagement ist uns egal“ von selbst verschwinden. 

Wir finden diese ganze Entwicklung nur noch traurig und auch wenn jetzt vielleicht vom ein oder anderen ein „Mimimi dann heult doch!“, kommt: Wir sind der Meinung, wir dürfen uns darüber aufregen. Wir müssen sogar! Denn sonst wird sie nie etwas ändern und qualitativ hochwertige Blogs werden verschwinden. Und sind wir mal ehrlich: Instagram ist etwas tolles, aber manchmal lesen wir alle eben doch gerne einen guten Artikel und das sollte wieder viel mehr in den Vordergrund rücken. Auch Kooperationen gewinnen so wieder mehr Authentizität und das rechnet sich am Ende für alle Beteiligten. 

Das könnte dich auch interessieren:

Übers Angesprochen werden „Du siehst aber fesch aus, da dachte ich mir, ich muss dich unbedingt ansprechen. Wie geht’s dir so?“ „Ganz gut...“ „Hast du nen Freund?“ „JA!“ „O...
Über das eigene Selbst und erste Dates w/ bruno ba... Ja das ist eigentlich kein neues Thema hier auf dem Blog. Über Onlinedating habe ich genauer gesagt schon einige Artikel geschrieben, habe euch von sc...

Schreibe einen Kommentar zu Leni Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Ganz toll geschrieben. Du drückst zu 100% meine Gedanken aus und jetzt habe ich ja nochmal 26k weniger Follower als ihr. Es ist schade, wie wenig nachgedacht und wie viel damit kaputt gemacht wird…

  • Gut geschrieben und prinzipiell kann ich euren Unmut verstehen. Andererseits muss man wirklich hervorheben, dass sehr viele große influencer eben keine Follower gekauft haben und professionelle Agenturen sowas dann auch wissen oder an likes in Relation zu Follower erahnen können. So trendy wie einst ein Blog war, das ist in den Hintergrund gerückt und jetzt steht Instagram – ganz losgelöst ob man einen Blog hat -im Fokus. Wenn ich in meiner alltäglichen Arbeit jemandem buche, habe ich auch lieber ein namhaftes Gesicht das viele kennen, leider kommt eben seit jeher so etwas bei den Zielgruppen besser an als jemand unbekanntes, mögen die Bilder noch so schön sein. Die Regel ist aber tatsächlich: je mehr Instagram Follower, desto bekannter ist die Person.
    Gerade eure Branche ist ständig im Wandel und irgendwann wird yotutube Oder irgendwas anderes mehr im Fokus stehen.
    Ihr macht wirklich super Bilder, was eure Zielgruppe aber auch interessiert und euch noch mehr Visibilität gibt, wäre ein höherer Fokus auf Lifestyle. Dass ihr zu fashion weeks geht, viel mehr reist usw. Das ist was eure Zielgruppe bewundert und starkes Interesse weckt.
    Wenn man sich als wichtig darstellt weil man bei den wichtigen Events und immer unterwegs ist und was erlebt was eure Follower nicht erleben, bekommt man viel mehr Aufmerksamkeit (ob das jetzt gut ist oder nicht sei dahingestellt, aber so läuft es im Moment und da es sich um ein weltweites Massen Phänomen handelt Kommt man da auch Nicht gegen an)
    Alles Gute euch, ich möchte nochmal eure super professionellen Bilder und durchdachten Content hervorheben, ich lese euch gerne.

  • Liebe Anja,
    völlig auf den Punkt gebracht!
    Wirklich sehr schade, dass die tolle Arbeit, die in einen Blog gesteckt wird, mittlerweile so in den Hintergrund rückt. Instagram ist toll und für kurzlebige Impressionen echt super geeignet. Ein gutes Foto ist verhältnismäßig schnell gemacht, ein Zeile und ein paar Hashtags darunter und fertig ist das Ganze. Ich persönlich sehe in einem guten Blog-Beiträg für mich als Leser durchaus einen großen Mehrwert und es ist wirklich schade, dass die viele Arbeit, die hinter so einem Beitrag steckt, nicht mehr ausreichend wertgeschätzt wird.
    Ich hoffe für euch als BLOGGER (!) und mich als Leser, dass sich diese Einstellung bald wieder ändert, sonst wird es vermutlich in Zukunft immer weniger interessante Blog-Beiträge geben.
    Macht auf jeden Fall weiter so und bleibt eurer Linie treu!

  • Liebe Anja,

    du weißt, dass ich euren Blog seit Jahren mit großer Begeisterung lese und gerade eure hochwertigen Bilder, das Layout und die super Posts (v.a. Sonntagstratsch) liebe. Aber so geht es nunmal nicht jedem. Ich will sicher kein Spielverderber sein und “Mimimi dann heult doch!” sagen, wie du befürchtest. Aber ein paar kritische Äußerungen will ich doch vornehmen. Natürlich dürft ihr euch aufregen – aber das wird euch wenig bis gar nicht helfen.
    Meint ihr, dass euch ein Kunde lieber buchen wird, weil ihr euch öffentlich darüber aufgeregt habt, dass er evtl. anfangs so verfahren ist, wie oben genannte PR-Dame? Davon gehe ich leider nicht aus.
    Hinterfragt doch eher, was der Markt gerade will, wenn ihr denn tatsächlich auf Dauer mit einem Blog/Instagram/usw. euer Geld verdienen wollt. Die Branche verändert sich kontinuierlich – das bekommt ihr ja gerade am eigenen Leibe zu spüren. Vor 5 Jahren war es eben hip, einen eigenen Blog zu haben und es wurde viel Wert auf die Qualität gelegt. Der Markt verändert sich aber mit den Bedürfnissen der neueren Generationen. Und diese wollen wohl nun vermehrt keine langen, ausführlichen Blogeinträge mit hochwertigen Bildern, sondern präferieren selbst geschossene Selfies und Snapchat. Das ist eben der Geist der Zeit.
    Dass ein Kunde dann nunmal seine 100K Instagram-Follower sehen will, ist doch sein gutes Recht. Ob die Engagementrate hoch oder niedrig ist, ist ja nun mal sein Bier. Er wird dann eben seine Werbekosten falsch kalkuliert haben und das nächste mal sicher auf die Engagementrate achten. So klug sind die Geschäftsleute nun auch.
    Also würde ich eine eure oben genannte Erfahrung nicht per se verurteilen und auf die Kunden einschimpfen. Der Markt definiert nunmal, was gewollt ist. Und wenn die Reaktionen vermehrt in diese Richtung gehen, dann wird wohl auch das Blogger-Dasein geringer werden und eben immer mehr „Influencer“ aus dem Boden herausspriesen.

    Ob man das nun gut oder schlecht finden mag – wenn man Geld verdienen will in diesem Geschäft, muss man sich wohl entweder anpassen, oder einstecken. Aber sich über solche PR-Damen und Kunden aufregen, denke ich, hilft hier gar nichts.

    Wenn euer Blog euch nach wie vor genug abwirft, dann bin ich als Leser mehr als froh und kann von eurem Bestehen ausgehen. Wenn dem aber nicht so ist, solltet ihr eher überdenken, was ihr vielleicht an euch optimieren könntet.

    Dies ist alles nur als positiver Ratschlag gemeint und soll euch in keiner Weise angreifen. Ich schätze eure Arbeit und würde mir erhoffen, dass dies die Kunden ebenso sehen. Und wenn euch so sehr stört, dass keiner nach den Blogzahlen fragt – schickt diese bei Anfragen doch einfach gleich mit und sagt, dass euer Blog euer Hauptmedium ist.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Katharina

  • Ihr zwei Lieben,

    was für ein schöner und sich trauriger Beitrag. Es tut mir für euch wirklich leid, da einen so tollen Blog habt und der einfach im Fokus stehen sollte. Es gibt so viele Instagramer die keinen Blog haben und Instagran lediglich als eine Vermarktungsplattform nutzen ohne dem ganzen eine persönliche Note zu geben – teilweise kommt man sich da vor wie in einer Dauerwerbesendung. Ihr macht das nicht so und das finde ich auch gut so. Bleibt euch treu und beharrt auf euren Argumenten – seriöse Firmen sollte darauf ja auch Wert legen.

    Liebe Grüße
    Magdalena

  • Lasst den Kopf nicht hängen, wegen so einer Trulla! Ehrlich gesagt, versteh ich es nicht, wieso ihr „nur“ 36k habt, bei wunderschönen Bilder und einem tollen Blog. Und dann diese Influencer, mit 200k, jedes 2. Bild mit Burger+Pommes, wo eh jeder weiß, dass sie es nicht essen, und alle paar Wochen mal ein Blogeintrag, der dann aus Werbung besteht und nie antworten, weil sie soooo übertrieben busy sind. Nein, danke! Ich verstehe nicht, warum Firmen kein Wert auf die Kommunikation mit den Followern legen. Genau das macht doch Instagram aus, das macht euren Block auch aus! Ich bin auch eher stiller leser, aber bei so einem Thema rege ich mich auch auf. Man merkt wie viel Arbeit und Herzblut in jedem Bild, in jedem Post drin steckt. Danke dafür! Und ihr habt auch völlig das Recht euch darüber aufzuregen! Das sollte jeder nachvollziehen können!
    Macht weiter so! Irgendwann kommt eure Zeit! ❤

  • Super Artikel und extrem schade wie das in der Blogger/ Influencer Branche abläuft! Ihr habt wirklich einen der schönsten Instagram Accounts und man sieht wieviel Arbeit ihr auch da, neben eurem Blog, reinsteckt! Normalerweise halte ich mich mit Kommentaren zurück und bin da eher stiller Leser! Aber euch muss man wirklich mal sagen, dass ihr einen super Job macht, tolle Blogbeiträge schreibt, euch immer wieder neue interessante Beiträge und Beitragsreihen ausdenkt und es wirklich Spaß macht euch zu folgen! Macht weiter so!

  • Toller Beitrag, ihr bringt es auf den Punkt! Ich muss sagen, so gerne ich Kooperationen mache, die über Instagram ablaufen, da sie in den meisten Fällen eben einfacher realisierbar sind, als ganze Blogprojekte, so schade finde ich es zugleich auch. Wenn ich mit einer Firma zusammenarbeiten will, wirklich tolle Ideen für ein spannendes Projekt oder gar eine kleine Serie auf meinem Blog habe, ihnen Konzepte schicke und und und und letzten Endes lehnen sie ab, weil meine Instagram Reichweite nicht passt oder (im besseren Fall) „buchen“ sie „nur“ einen Instagram Beitrag. Klar ist das alles toll, aber wie ihr schon sagt, auf lange Sicht bleibt eben der Blog, und der ist mir nunmal echt nicht egal…
    Prinzipielle Aussagen ala „wir arbeiten erst ab 100k auf Instagram mit Influencern/Bloggern zusammen“ kann ich langsam auch nicht mehr hören, klar eine große Reichweite ist für Firmen immer interessant, dass, wie ihr so schön sagt, das Engagement da aber nicht immer stimmt scheint egal zu sein, von dem Stil der Blogger mal ganz abgesehen.
    Dass man als Blogger mittlerweile nur noch als Influencer gesehen wird und der Blog egal scheint ist jedoch echt etwas, wo Firmen und PR Agenturen langsam mal umdenken sollten…
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  • Ihr Lieben,
    auch ich lese eure Blogbeiträge supergerne und finde es toll wie viel Arbeit ihr in eure Outfits, Bilder und Texte steckt. Dennoch, oder gerade deswegen möchte ich mich der konstruktiven Kritik meiner Vorrednerinnen anschließen.
    Natürlich ist den PR-Leuten (zu denen ich mich auch zähle) bewusst, dass es einen Unterschied zwischen Instagrammern und Bloggern gibt und dass die bloße Followerzahl nicht das alleinige Qualitätskriterium ist. Dennoch ist es das gute Recht der Kunden individuell zu entscheiden ob sie auf die schnelllebige Instagram-Community, oder eine langfristige, inhaltlich ausführlichere Blogkooperation abzielen – schließlich werden dafür ja hohe Summen gezahlt. Dass Instagram aktuell der primäre Kanal zu sein scheint, lässt sich nicht ändern. Wenn man das Gefühl hat, in diesem Punkt hinterherzuhinken, muss man eben an seinem Account arbeiten. Hier muss ich leider sagen, dass ich schon seit längerer Zeit das Gefühl habe es tut sich bei euch nichts Neues (abgesehen von SeItAl). Auch auf Snapchat passiert seit Wochen nichts spannendes – klar, solche Phasen gibt es immer mal, aber genau dann wären die Press Days doch eine gute Gelegenheit für frischen Wind zu sorgen. Über Snapchat und co. habe ich verfolgt, dass viele Influencer/Blogger, die es mit ihren 200k und aufwärts sicher nicht nötig hätten, einen PressDay Marathon hingelegt haben, um so viele Agenturen und Kunden wie möglich zu besuchen. Denn genau dann ergeben sich neue Kontakte und neue Chancen!

    Nehmt meinen Kommentar bitte nicht als böse, sondern ausschließlich als konstruktive Kritik auf 🙂

  • Toller Post. Ich stimme dir zu 100% zu. Ich blogge nun seit 7 Jahren und ich finde es so traurig, dass sich diese Branche in diese Richtung entwickelt hat. Ich erwische mich tatsächlich selbst, dass ich im vergangenen Jahr viel mehr Energie in meinen Instagramaccount gesteckt habe, als in meinen Blog. Nicht weil ich es lieber mache, sondern weil ich es MUSS und gemerkt habe, wie wichtig diese Plattform als Blogger (leider) geworden is. Letzten Sommer hatte ich das erste Mal das Gefühl, als wäre der Zug abgefahren, weil ich „falsche“ oder eher gesagt andere Prioritäten hatte. Mein Blog war Priorität Nummer 1. ich bin ja schließlich Blogger, da sollte das auch so sein, aber die Agenturen und Marken, wie du es gesagt hast, sehen das ganz anders. Als ich 2010 mit dem Bloggen anfing, gab es kein Instagram. Ich habe meine Follower mit viel Zeit und Arbeit an meinen Blog über Jahre gebunden – und plötzlich kommt eine App auf den Markt, die angeblich bewertet, wie stark mein Blog ist. Das macht einen wütend und traurig. Und wenn ich dann sehe, dass sich Bekannte von heute auf morgen 80k Follower kaufen, einen Blog erstellen und drei Artikel schreiben und dann mit Marken kooperieren, die mich nicht mit dem Hintern anschauen, könnte ich ausflippen!!
    Danke für deinen Post. Ich denke, ich werde auch bald mal etwas darüber schreiben.

    xx, Bella

    http://www.bellaswelt.com

  • Hey ein wirklich schöner Blogpost. Ich kann deine Gedanken so gut verstehen – ich komme eigentlich rein von der Influencer Seite und habe nur mit Instagram gestartet – seit 2 Monaten habe ich jetzt meinen Blog und sehe erstmal wieviel mehr Arbeit dahinter steckt. Da ist es wirkich blöd, dass Leuten das dann egal ist und es nur um Zahlen und nicht um die Menschen dahinter geht. xxx Anna

  • „Uns würde es nur sehr freuen, wenn sich Agenturen mal ein bisschen mehr mit solchen Dingen beschäftigen würden, denn dann würde dieses „Wir arbeiten nur mit über 100K zusammen und Engagement ist uns egal“ von selbst verschwinden. “

    Ich sehe den Fehler auch ganz klar bei den Agenturen. Ich kenne euch beide ja selbst, und finde es unglaublich, wie manche meiner „Kollegen“ Influencer suchen.
    „50k hier – 70k dort – dann passt der Buzz“
    Engagement ist wirklich fast immer egal – auch ich könnte dem Kunden jeden Influencer/Blogger verkaufen, ohne, dass er ein MediaKit gesehen hat – weil der Kunde einfach keine Ahnung hat, was er da tut. Hauptsache die Reichweite stimmt.

    Ich hoffe sehnlichst, dass Agenturen endlich wachgerüttelt werden – mit Blogposts wie diesem – und kapieren, dass sie „Fässer ohne Boden“ verkaufen & das Qualität gewinnen muss!

  • Ich muss sagen, das ist ein wirklich interessant geschriebener Artikel, der meine Aufmerksamkeit bei der Bewerbung auf Facebook schon erregt hat. Es ist wirklich schade, wie sich momentan alles an Instagram-Zahlen aufzuhalten scheint – der eigentliche Content auf dem Blog scheint nicht mehr zu interessieren…. Mal sehen, ob sich das in Zukunft ändern kann!

  • Hey,

    also erstmal schöner Artikel.
    Ich glaube es gab da ein bisschen Missverständnisse und sehe das etwas anders.
    Zum einen kommts beim lesen sehr stark so rüber als würde die Firma/Agentur eher Influencer suchen und keine Blogger.
    Aus eigener Erfahrung von der anderen Seite (also jmd der Influencer/Blogger sucht um seine Produkte zu bewerben) ist mir aufgefallen das aktuell Instagram zum bewerben wesentlich bessere Ergebnisse erzielt als ein Blog. Mag gut sein das es nicht immer so ist und nicht bei jedem Produkt zutreffend ist, aber bei mir haben Instagram Influencer bisher immer bessere Ergebnisse erzielt.

    Das zweite Missverständnis ist das es nicht egal ist wie die Qualität des Influencers ist, aber es muss halt erstmal die Followerzahl mit dem übereinstimmen was man benötigt.
    Nachdem man sicher ist das die Followerzahl stimmt wird dann geprüft wie die Qualität ist (sind die Follower gekauft, wie interagieren die, etc.).
    Es macht wenig Sinn sich Influencer anzugucken wo die Followeranzahl schon nicht stimmt, dann kann die Qualität noch so gut sein, daher glaube ich ihr habt das viel zu hart aufgenommen. Die Anzahl war einfach für die Agentur/Firma nicht interessant genug im nächsten Schritt achten viele auf die Qualität, für andere Agenturen/Firmen könnt ihr also sehr gut interessant sein.

    Viele Grüße
    Matt

  • Großartiger Artikel! Du sprichts vielen von uns aus der Seele. Ich denke, dass sich das in ein paar Jahren wieder wandeln wird. Zumindest hoffe ich das mal. 36k aktive Follower is eine tolle und beeindruckende Zahl und ist definitiv mehr als gekaufte Bots.

  • Da wäre mir die Kinnlade auch runtergeknallt…
    Das zeigt aber auch, dass die Agentur auch nur darauf aus ist, einen schnellen Euro zu machen ohne viel Input zu geben. Sieht man an dem Satz „Ich bin da am Ende auch nur Dienstleister und das sind einfach die Vorgaben vom Kunden. Da kann ich mich auf den Kopf stellen, der wird seine Meinung nicht ändern. Wir arbeiten nur mit großen Influencern zusammen.“
    Dann ist das keine gute Agentur. Denn man muss sich nicht auf den Kopf stellen, um den Kunden zu überzeugen. Man muss ihm am Ende einfach mal Verkaufszahlen (anonymisiert) vorlegen, die aus vergleichbaren Kooperationen entstanden sind.

    Denn ein Influencer mit 100K Followern bringt wenig, wenn die Zielgruppe nicht kauft.
    Das verstehen die Unternehmen aber nicht. Und die Agenturen bekommen ihr Geld so oder so. Warum Mühe geben, den Kunden zu überzeugen? Das macht dann aber eine gute Agentur aus.

    Ich bin Mitglied eines Bloggermanagements und wir betreuen Blogger, bringen Sie mit Agenturen und Unternehmen zusammen. Und da sehe ich solche Situationen leider auch sehr oft. Ist schon ein wenig erschreckend, finde ich.

  • Ich verstehe euren Ärger vollkommen! Aber ich denke, dieses krasse Quantitätsdenken ist nur eine Phase, die wieder vorbeigehen wird.Und bis dahin gilt es durchzuhalten und nicht von den eigenen Standards abzuweichen.

    LG,
    Anneli

  • wow bin gerade von einer lieben bloggerfreundin auf euren artikel aufmerksam gemacht worden 🙂
    wir haben nämlich über die Follower Zahlen geredet und ich habe gemeint, das ich es arg finde wenn jemand so viel mehr hat wie ich u die dann fast gleich viele oder teilweise noch weniger lIkes haben 🙂
    ich hoffe echt das die firmen man ein wenig genauer schauen u nicht nur eine Zahl anschauen die so leicht fakebar ist 🙂
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

  • Wie in einem schlechten Film, aber offensichtlich ist es die traurige Realität. Diese ganzen gekauften Instagram accounts, die nacheinander alle die gleichen Produkte in die Kamera halten kann ich schon lange nicht mehr sehen. Ich finde euren Blog super, und ich habe vorher nie Fashionblogs gelesen aber seit ich euch entdeckt habe, folge ich euch super gerne auf Instagram/Snapchat & Co., aber vorrangig sind absolut eure Artikel auf eurem Blog. Da sieht man aber wieder, dass es offensichtlich auf Quantität ankommt anstatt auf Qualität. Lasst euch davon nicht runterziehen und macht weiter, bei so einer Agentur wärt ihr wahrscheinlich eh nicht richtig aufgehoben! LG
    Seray