Too fat for size 8

Auch im heutigen Sonntagstratsch habe ich mal wieder ein etwas anderes Thema für euch. Eines, das mich schon seit einer Weile beschäftigt und mit dem ich mich bis vor ein paar Monaten eigentlich gar nicht beschäftigen musste. Die Rede ist von der Frage: Welche Konfektionsgröße brauche ich?

Bevor jetzt irgendwer vorschnell urteilt und meint, ich hätte halt zugenommen und würde mich jetzt sozusagen zwischen zwei Größen bewegen: Nope. Ich wiege seit Jahren ungefähr das gleiche und auch an meiner Körperform hat sich eigentlich nichts verändert. Das einzige, was sich stetig verändert, sind die Größen der Labels und genau darum soll es heute gehen. Aktuell habe ich nämlich nicht die geringste Ahnung, welche Größe ich trage.
War die Frage noch vor einiger Zeit ganz leicht mit ‚S oder 36’ zu beantworten, ist heute je nach Label, Schnitt und Kleidungsstück von XS bis XL alles dabei. Ich besitze Hosen in 34 und passe in welche in 38 nicht rein und so langsam frage ich mich wirklich, wo das alles noch hinführen soll.

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Erst kürzlich habe ich euch auf Snapchat etwas für mich wirklich erschreckendes gezeigt. Ich hatte mir bei Pull&Bear eine Jeans bestellt und da Pull&Bear wie auch Zara zur Indtex Gruppe gehört und ich bei Zara schon weiß, dass die Hosen extrem schmal geschnitten sind und ich da auf jeden Fall eine 38 brauche, habe ich in weiser Voraussicht auch bei Pull&Bear eine 38 bestellt. Tja und was soll ich sagen in die Hosenbeine hätten maximal meine Arme gepasst, aber sicherlich nicht meine Beine. Eileen hat die Hose schlussendlich anprobiert und Eileen trägt eine 32. Ihr hat die Jeans in 38 wie angegossen gepasst. Ich muss gestehen, ich war mehr als schockiert.

Mir ist eigentlich schon klar, dass es in solchen Fällen nicht daran liegt, dass ich für die Hose zu dick bin, sondern dass die Firmen schlichtweg unmöglich schneiden und ihre Größen scheinbar willkürlich benennen, aber so ganz bekommt man die Sache natürlich doch nicht aus seinem Kopf. Ich war bei Hosen außer in meinen ultra schlanken Zeiten Anfang 20 schon immer eine 36 und ich bin damit auch völlig okay. Ich werde nie einen kleinen Hintern haben und ich werde auch immer Oberschenkel haben und das ist nichts, was mich ständig beschäftigen, oder fertigmachen würde. Ich kann guten Gewissens sagen, ich bin mit meinem Körper im Reinen, auch wenn ich neben Eileen natürlich immer breit aussehen werde, aber Eileen ist eben auch sehr schlank. Grundsätzlich sind mein Körper und mein Gewicht also kein Thema und schon gar kein Problem für mich und dennoch fühlt es sich nicht gerade toll an, wenn man eine Größe 38 Jeans gerade mal bis zum Knie hochgezogen bekommt.

Nun bin ich ein erwachsener Mensch und weiß, dass das alles Bullshit und auf den Mist der Firmen gewachsen ist, was ist aber mit jüngeren Mädchen, die dieses Selbstverständnis noch nicht haben und auf die Konfektionsgrößen mehr Einfluss haben? Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran zurück denke, wie unsicher ich in meinen Teenie Zeiten war und wie leicht ich mich davon überzeugen ließ, ich sei nicht schlank genug. Natürlich kann man das nicht verpauschalisieren, ich denke aber trotzdem, dass dieser Quatsch mit den Konfektionsgrößen vor allem für junge Mädchen und mit Sicherheit auch für die ein oder andere erwachsene Frau zum Horror werden kann.

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Hinzu kommt, dass ich schlichtweg keine Ahnung mehr habe, welche Größe ich trage. In Onlineshops orientiere ich mich aktuell immer daran, wie groß das Model ist und welche Größe es trägt. Trägt ein 1,77m Model eine Größe M, kann man davon ausgehen, dass ich mit meinen 1,67m und den gleichen Kilos mindestens die gleiche Größe benötige. In Geschäften gehe ich mittlerweile mindestens mit zwei verschiedenen Größen in die Kabine und es kann passieren, dass ich dann am Ende eine dritte brauche. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch schlichtweg nervig und zeitraubend.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass hier zum einen wieder mehr Einheitlichkeit herrschen würde und dass die Größen zum anderen wieder realistischer werden. Der Witz ist nämlich, ich habe das Gefühl wir hatten das eigentlich schon geschafft. Vor zwei oder drei Jahren waren Konfektionsgrößen für mich kein Problem, mir hat eigentlich immer und überall die S oder die 36 gepasst und ich konnte fast schon blind einkaufen. Vielleicht ist das auch nur mein persönliches Empfinden, dass sich hier viel verändert hat, aber aktuell fällt es mir eben extrem auf.

Es hat nichts mit Selbstverleugnung zu tun, wenn ich sage „Ich bin keine 38.“ Es ist einfach so. Und trotzdem trage ich manchmal die 38 und manchmal auch die 40, weil die Sachen so komisch geschnitten sind. Lasst es mich doch gerne wissen, welche Erfahrungen ihr zu dem Thema gemacht habt und ob es euch ähnlich geht. Vielleicht hat sich mein Körper wirklich verändert, ohne dass ich es gemerkt habe und ich stecke deshalb in dieser Misere, aber eigentlich glaube ich das nicht. Ich glaube, dass man auf Größen rein gar nichts mehr geben sollte, aber es macht gerade Onlineshopping natürlich nicht einfacher, wenn man so gut wie keine Orientierung mehr hat, weil alles unterschiedlich ausfällt. Eine ziemlich verzwickte und wenn ihr mich fragt, überflüssige Sache ist das.

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  • Mir geht es genauso und letztens war ich im Pull&Bear und habe auch ein paar Hosen anprobiert und bei zwei verschiedenen (aber dennoch welche mit ähnlichem Schnitt. Es waren zwei normale skinny Jeans Hosen) Hosen haben mir zwei unterschiedliche Größen gepasst. Also die können ja noch nicht mal konsistent bei ihren eigenen Klamotten sein.
    Liebe Grüße,
    Thi

  • Liebe Anja,
    wieder einmal ein toll umgesetztes Thema von dir!
    Allerdings denke ich eher, dass du die letzten Jahre einfach ein glückliches Händchen hattest… Ich bestelle seit Jahren Riesenpakete in diversen Onlineshops. Das hat aber nichts mit einer „Ich-muss-alles-haben-Mentalität“ zu tun, sondern damit, dass ich sowohl Hosen als auch Oberteile regelmäßig in drei Größen bestelle(n muss). Dabei ist auch mein Gewicht und Figur seit etlichen Jahren in etwa gleich und es sitzt maximal die Hose mal noch etwas besser oder auch mal etwas enger… 😉
    Erst vor kurzem hatte ich dann noch ein wirklich komisches „Zara-Erlebnis“: Ich hatte endlich den perfekten Blazer für mich gefunden und hab ihn dann zielsicher noch in einer anderen Farbe bestellt (gleicher Artikel!). Und was soll ich sagen, er war viel zu klein. Hab ihn dann schlussendlich also eine Größe größer geordert und selbst in der größeren Größe ist er noch etwas kleiner wie der ursprüngliche Blazer (der eine Größe kleiner ist) – verrückte Welt!

    Liebe Grüße,
    Sophia

  • Danke liebe Anja, es ist genau DAS, was derzeit viele beschäftigt. Auch ich bin so groß wie du und hatte immer eine 36. Bei Zara trage Ulf bei Jeans mittlerweile 38-40. H&M das gleiche Spiel. Und wenn man manchmal 36,38 und 40 mit in die umkleide nimmt und am Ende denkt, die sind alle gleich eng, dann vergeht einem die Shoppingfreude. Und auch online habe ich wenig Lust jedes Mal 3Größen bestellen zu müssen. Ich finde das sehr erschreckend, weil gerade junge Mädels sich an diesen Größen orientieren. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändern wird.

  • Richtig gut geschrieben, Anja. Als ich das letztens bei Snapchat gesehen habe, habe ich mich richtig erschrocken. Aus genau diesem Grund habe ich jahrlang keine Hosen bei Zara gekauft. Ich habe einfach nicht eingesehen, dass ich Hosen in Größe 40 kaufen soll, wenn ich diese Größe in keinem anderen Geschäft habe. Außerdem: Wozu gibt es die Größen zur Orientierung wenn jedes Label die Größen anders interpretiert und es sogar innerhalb eines Labels Unterschiede gibt?

    -xx, Carina
    http://www.redsunbluesky.blogspot.de

  • Supergut geschrieben! Da geht es mir genauso wie dir! Erst letztens habe ich dieses Problem wieder feststellen müssen 🙁

  • Du sprichst mir direkt aus der Seele! Ich selbst schwanke immer zwischen den Größen 44 und 46 und habe auch jedes mal Probleme etwas passendes zu finden, vor allem geht das schon so weit, dass ich kleinere Größen nicht mehr anprobiere. Letztens hat mich eine Freundin dazu gezwungen und siehe da, ich habe jetzt auch eine Hose in 42. So macht Shoppen echt keinen Spaß mehr. Ich finde auch, dass gerade H&M da das beste Beispiel für ist. Ich habe mir zwei Jacken in 46 bestellt. Eine brauchte ich 2 (!) Nummern kleiner und die andere eine Nummer größer. Ich bin (Gott sei Dank) stark genug und weiß, dass mich eine Kleidergröße nicht definiert, aber genau die Mädels die das noch nicht sind tun mir Leid und ich hoffe, dass die Firmen ihre Kleidergrößen nochmal umdenken!

  • Ich kenne das, allerdings muss ich zugeben, dass ich da leider noch nicht so selbstbewusst drüber stehe, bei Hosen nagt es doch sehr an mir, wenn ich statt der gewohnten 36 auf einmal eine 38 brauche (auch wenn ich damit natürlich mittlerweile mehr als rechne, bei den komischen Größen derzeit) und bei Oberteilen, wo ich durch meine Oberweite und meine Schultern einfach eine 38 trage, wundert es mich auch nicht mehr, wenn ich bei Zara und Co eher eine L als eine S oder M trage, allerdings nervt es trotzdem…
    Wäre echt schön, wenn sich alle Firmen endlich mal wieder auf normale Größen einigen könnten, vor allem frage ich mich, was wirklich „dicke“ Menschen denn machen sollen, wenn ich teils bei Blusen mit einer L schon die größte Größe bei Zara trage…
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  • Das kenne ich nur zu gut! Mir geht es vor allem bei Bershka oft so: ich trage normalerweise auch S bzw. 36, bei Bershka muss ich aber meistens zu Größe L greifen. Das finde ich absolut nicht motivierend und verleitet mich auch des Öfteren dazu gar nicht weiter in solchen Läden einzukaufen. Da ist mir wirklich die Zeit zu schade mich von Größe XS-XL durchzuprobieren. Außerdem möchte ich nicht von den Firmen das Gefühl bekommen, nahezu übergewichtig zu sein. Ich hoffe auch, dass sich da bald was ändert!! ♥

    Ganz liebe Grüße,
    Julie, http://www.fulltimelifeloverblog.com/

  • Oh ja, das ist ein leidiges Thema! Allerdings kein neues; ich hatte vor 10 Jahren schon alles Mögliche an Größen zwischen 34 und 46 im Schrank hängen – teilweise enorme Unterschiede bei Kleidung aus dem gleichen Laden.

    Ich identifiziere mich schon lange nicht mehr mit einer einzigen Kleidergröße. Die sind einfach willkürlich, es gibt keine Normen. Ich ärgere mich nicht über ein Stück, das mir nur in Gr. 44 passt, aber es ist einfach lästig, wenn man sich 4 Größen in die Umkleidekabine nehmen muss, weil die Angaben nur eine völlig unverbindliche Empfehlung sind.
    Früher habe ich gesagt: Ich trage Gr. XX. Heute sage ich: Im Durchschnitt trage ich Gr. 38.
    Viele meiner Kleidungsstücke nähe ich inzwischen selbst, das macht es entspannter. Leider kann man sich nichtmal auf die Größenangaben mit Maßtabelle bei den Schnittmustern verlassen … aber ich messe den Schnitt aus, dann habe ich einen ungefähren Anhaltspunkt. So kann ich alles selbst anpassen. Natürlich braucht das Zeit, aber das ist es mir wert 🙂