Über royale Hochzeiten und die Sinnhaftigkeit der Monarchie

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Aus gegebenen Anlass und weil gestern in Großbritannien endlich mal wieder die Hochzeitsglocken läuteten, möchte ich euch heute meine ganz persönlichen Gedanken zum Thema ‚Monarchie’ erzählen. Vorweg kann ich gleich sagen: Ich bin ein absoluter Fan der Queen. Ich finde diese Frau unfassbar cool, finde es beeindruckend, wie sie sich selbst in hohem Alter noch ihren Pflichten widmet und bin der Meinung, dass das eine Menge Respekt verdient hat. Gleichzeitig werden natürlich gerade zu Anlässen wie der gestrigen Hochzeit von Prinz Harry mit Meghan Markle wieder Stimmen laut, dass Monarchien wie in England eigentlich völlig überholt sind und man diese möglichst schnell abschaffen sollte.

Wie ihr wisst, halten wir uns hier auf dem Blog mit politischen Meinungen weitesgehend zurück und eigentlich habe ich auch in diesem Artikel nicht vor, ein politisches Manifest zu verfassen. Ich möchte euch heute vielmehr erzählen, warum ich Hochzeiten wie gestern eben trotzdem schön finde und warum gerade wir Frauen auch im Erwachsenenalter noch ins Schwärmen kommen, wenn eine Frau wie Meghan zur ‚Prinzessin’ wird.

Zunächst bin auch ich der Meinung, dass Monarchien wie in England nicht mehr zeitgemäß sind. Denkt man rational über dieses Thema nach, hat eine Königin wie Queen Elizabeth II. eigentlich nicht wirklich eine Daseinsberechtigung. Sie verfügt über keine wirkliche politische Entscheidungsgewalt und dass der Premierminister sie trotzdem täglich über die laufenden Regierungsgeschäfte informiert, halte ich persönlich fast schon für schwachsinnig. Entweder man ist ein aktiver Teil der Regierung, oder man ist es eben nicht. Die Queen und auch der Rest der königlichen Familie haben in Großbritannien eigentlich eher repräsentative Funktionen und das kostet den Steuerzahler dort ziemlich viel Geld. Wie genau die Monarchie in Großbritannien aussieht, darauf möchte ich hier eigentlich nicht weiter eingehen, aber wer sich für das Thema interessiert kann ja mal das Internet befragen. Nur ganz grob: In Großbritannien herrscht eine sogenannte konstitutionelle Monarchie, die Entscheidungsgewalt des Monarchen wird also von der Verfassung eingeschränkt. Kurzum: Lizzy wirkt zwar wichtig, ist es eigentlich aber nicht wirklich und hat eigentlich eher eine symbolische Stellung.

Geht man also nur danach, könnte man die Monarchie in Großbritannien und eigentlich auch alle anderen Ländern in Europa getrost abschaffen. Kostet schließlich alles nur Geld und bringt dem Volk des jeweiligen Landes politisch gesehen nichts. 

Kommen wir nun aber zu dem Punkt, warum ich persönlich die Monarchie trotzdem noch für sinnvoll halte: Weil’s einfach schön ist. 

Unfassbar viele Menschen haben gestern das Spektakel in Windsor vor den Fernsehern verfolgt und das aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Wir alle wollten den Moment sehen, in der der Bräutigam seine Braut zum ersten Mal sieht, wollten das Kleid bewundern und sehen, wie sich Harry und seine Meghan das Eheversprechen geben. Die Monarchie ist in Großbritannien aktuell so beliebt, wie schon lange nicht mehr und spätestens seit der Hochzeit von William und Kate geht es dort nur noch bergauf. Man könnte es fast schon als strategisch mehr als klugen Schachzug bezeichnen, dass sowohl Thronfolger William, als auch sein jüngerer Bruder Harry jeweils eine bürgerliche Frau geheiratet haben. Auch wenn es das natürlich nicht war (hoffentlich), sondern einfach nur Liebe. Die bürgerlichen Prinzessinnen in England sind somit jedoch mit Sicherheit ein wichtiger Faktor dafür, dass sich das Volk mit ihren Monarchen identifiziert.  

‚Prinzessin sein’, das ist etwas, wovon alle kleinen Mädchen träumen, die meisten erwachsenen Frauen würden sich jedoch nicht um den Job reißen. Nie wieder Nagellack tragen (außer einem langweiligen Rosé Ton), immer Strumpfhosen tragen (urks), nie mehr Dekolleté zeigen und sich immer ans höfische Protokoll halten, das alles sind nur ein paar von den Dingen, die man als Prinzessin sein Leben lang befolgen muss. Für mich klingt das um ehrlich zu sein nicht wirklich erstrebenswert und meiner Meinung nach müssen sowohl Meghan, als auch Kate ihren jeweiligen Prinzen schon wirklich lieben, um das mitzumachen. 

Trotzdem schauen wir es uns als Außenstehende natürlich gerne an und die Faszination ‚Monarchie’ ist nach wie vor da. Braucht man sie also? Nicht wirklich… Ich denke aber trotzdem, dass es schön ist, dass viele europäische Länder ihr jeweiliges Königshaus noch haben und ich denke auch, dass vor allem in Zeiten großer Freude, aber auch in Zeiten großer Trauer so ein König oder eine Königin sehr viel zur Stimmung innerhalb eines Landes beitragen kann. Das kann dann wiederum auch politische Auswirkungen haben und somit trägt die Monarchie schlussendlich vielleicht doch mehr zur Politik bei, als man vielleicht auf den ersten Blick meint.

Kommen wir nun aber zum eigentlich wichtigen Teil: Wie fand ich die Hochzeit gestern? Ich konnte sie leider nicht in Ruhe daheim schauen, sondern habe sie während unseres Flohmarkts auf dem Handy gestreamt. Das war zwar nicht ideal, aber die Neugierde war einfach zu groß. Als Meghan aus dem Auto stieg, war ich im ersten Moment völlig verzaubert von ihrer schlichten Eleganz, bei näherem hinschauen fand ich jedoch, dass ihr Kleid aus dem Hause Givenchy irgendwie nicht richtig saß. Ich fand den Stoff zu steif und den Schnitt zu weit und hätte mir das Kleid nicht ganz so bieder gewünscht. 

Trotzdem ist Meghan einfach so wunderschön, dass sie wahrscheinlich nichts entstellen kann und ich verstehe den Gedanken, dass man sich zurücknehmen möchte, denn schließlich ist Harry eben nicht der Thronfolger und es war somit fast schon notwenig, die Hochzeit von William und Kate in keinem Fall zu überbieten. Das wiederum ist den beiden wunderbar gelungen, die Hochzeit war wirklich schön und vermittelte trotzdem ein bodenständiges Gefühl. Und auch wenn wir alle natürlich neugierig waren, so taten mir die zwei zeitweise doch ein bisschen Leid und ich hätte ihnen irgendwie gewünscht, den Moment etwas privater genießen zu können. Das war dann aber mit Sicherheit bei der anschließenden Party der Fall.

Das zweite Kleid, das Meghan trug, das ‚Evening Dress‘ fand ich übrigens wirklich toll. Nicht mehr so bieder, sondern sexy, ohne freizügig zu sein. Well done, Stelly McCartney.

Lange rede, kurzer Sinn: Ich fand die Hochzeit von Meghan und Harry wunderschön, hoffe dass sie das mit der Ehe in dem ganzen Zirkus hinkriegen und mein absoluter Lifegoal ist und bleibt es, mal in den Buckingham Palace zum Tee eingeladen zu werden. Auch wenn es dazu wahrscheinlich nicht kommt, aber träumen darf man ja… 

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