Wie Studieren wirklich für mich war

Ich räume heute auf. Mit allen Mythen um das ach so geile Studentenleben und dem ein oder anderen Vorurteil, das man vielleicht gegen Studenten haben mag. Warum ich das tue? Ich bin ganz ehrlich, die Thematik beschäftigt mich jetzt schon eine ganze Weile und mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis, mir den Frust und die Unzufriedenheit über mein Studium von der Seele zu schreiben. Denn ja, ich war unzufrieden.

Dieser Post ist – wie jeder Sonntagstratsch – sehr persönlich und spiegelt natürlich auch nur die Situation wieder, wie ich sich empfunden habe. Ich weiß, dass für viele das Studium die tollste Zeit ihres Lebens war. Eine Zeit in der man zwar lernen musste, aber sonst irgendwie keine Sorgen hatte. In der einem das winzige WG Zimmer und der nicht funktionierende Backofen nichts ausgemacht haben und in der man ständig abends mit Freunden an der Isar rumhing und eben die Zeit seines Lebens hatte.

Um das gleich vorweg zu nehmen: Für mich war es nicht so. Mir hat Studieren keinen Spaß gemacht, weder das Studieren an sich, noch das Studentenleben ohne Sorgen, ohne Geld und mit ganz viel Spaß. Veröffentlichen kann ich diesen Post überhaupt nur, weil jetzt in diesem Moment mein Abschlusszeugnis neben mir liegt und weil ich es damit endlich geschafft habe. 

Ich möchte euch heute erzählen, warum das so war und warum es für mich trotzdem wichtig war, mein Studium am Ende doch durchzuziehen.

Die Suche nach dem richtigen Studium – Meine Geschichte

Als ich anfing zu studieren, war ich gerade 20 geworden, frisch aus der Schule (damals gab es in Bayern noch das 9 jährige Gymnasium) und wusste mit meinem Leben rein gar nichts anzufangen. Da ich mich nicht bereit für ein Auslandsjahr oder ähnliches fühlte und „rumgammeln“ auch keine Option war, schrieb ich mich an der FH für Biotechnologie ein. Warum Biotechnologie? Fragt sich jetzt sicher der ein oder andere. Man muss dazu sagen, dass meine ganze Familie in der Pharmabranche tätig ist, wenn auch nicht im Labor, sondern im administrativen Bereich. Mit Biotechnologie kann man ordentlich Geld verdienen und es ist ein gesichertes Arbeitsfeld. Für mich und meine Eltern war das Grund genug, mich dafür einzuschreiben, auch wenn ich damals schon nicht so recht sagen konnte, dass ich das wirklich wollte. Die FH an der ich mich einschrieb (mein Abischnitt war zu schlecht für ein Studium an der TU München) war klein und familiär, ich fand sofort Anschluss und eigentlich hätte es eine tolle Zeit werden können. Ich fühle mich trotzdem nicht wohl und war auch irgendwie nicht bereit, auszuziehen, musste es aber, weil der Weg zum täglichen Pendeln einfach zu weit gewesen wäre. Ich saß da also ganz alleine in meiner Einzimmerwohnung, vermisste meinen Freund und meine Familie und auch das Studium machte mir irgendwie keinen Spaß. Ich hatte extrem viel Kontaktzeit (so nannte mal ein Dozent die Zeit, die man wirklich in der Uni sitzen muss) und musste noch mehr lernen. Ich hatte überhaupt kein Leben mehr. Dazu kam, dass das Grundstudium in Biotechnologie eigentlich nur aus Mathe, Physik und ein bisschen Chemie besteht. Alles Fächer, die ich so gar nicht leiden kann, die ich aber bereit war, in Kauf zu nehmen, wenn mir dafür die Zeit im Labor Spaß machen würde. Leider war aber auch das absolut nicht der Fall und so brach ich dieses Studium zum Leidwesen meiner Eltern nach zwei Semestern wieder ab. Ich habe den geisteswissenschaftlichen Teil einfach zu sehr vermisst, denn dieses Studium bestand nur aus Formeln, Zahlen und ein bisschen wildem Pipettieren.

Danach war ich erst mal ratlos, wie es weitergehen sollte, habe mich aber schlussendlich für das naheliegendste entschieden. Wenn mir die Geisteswissenschaften so fehlen, wieso dann nicht einfach eine studieren? Ich war immer die Beste im Deutschunterricht, lieferte damals an unserer Schule das beste Deutsch LK Abi  (für alle die es nicht mehr kennen: Damals gab es noch Grundkurse und Leistungskurse) unseres Jahrgangs ab und tat mich damit schlichtweg extrem leicht. Ich schrieb mich also an der LMU München für Germanistik ein und merkte sofort, dass die Uhren hier anders tickten. Im Gegensatz zur FH kümmerte sich an der LMU niemand um einen. Man musste seinen Stundenplan selbst erstellen, hatte jedoch zunächst nicht die geringste Ahnung, was man überhaupt belegen musste. Das war erst mal verwirrend, aber ich fand mich relativ schnell zurecht und legte los. Leider hatte das Germanistik Studium rein gar nichts mit dem Deutschunterricht aus der Schule zu tun und spätestens in der zweiten Stunde des Linguistik Grundkurses war ich restlos überfordert. Es passierte etwas, mit dem ich noch nie zuvor konfrontiert war: Ich musste für ‚Deutsch’ plötzlich lernen, oder sagen wir mal so: Ich hätte wohl besser gelernt.

Studieren ist wie Schule – Denkste 

Ein Irrglaube, den viele frisch gebackene Abiturienten haben, wenn sie in ihr Studium starten ist der, dass es im Prinzip wie in der Schule weitergeht, nur eben auf ein Fach spezialisiert. Das kann ich absolut nicht bestätigen und ich denke, da werden mir die meisten beipflichten. In der Schule kam man mit nichts tun durch, wenn man einigermaßen schlau war. Ich gehörte immer zu diesen super faulen Menschen, ich habe meine gesamte Schullaufbahn so gut wie gar nicht gelernt. Nur für Mathe, Physik und Chemie musste ich etwas tun, aber mit ein bisschen Lernen kam ich auch da auf eine 2. Man kann also sagen, ich hatte eine mehr als entspannte Schulzeit. Im Studium ist das so absolut nicht mehr möglich, wer nicht lernt ist raus. Und zwar ganz schnell.

Ich bin in meinen 4 Semestern Germanistik tatsächlich nur durch eines von 3 Einführungsseminaren gekommen und das war ausgerechnet Linguistik. Ich bin aber ganz ehrlich, ich habe bei diese Single Choice Klausur schlichtweg geraten und hatte somit mehr Glück, als Verstand. Durch alles andere fiel ich immer und immer wieder durch, weil ich einfach keine Ahnung hatte, wie man überhaupt lernt. 4 Semester Germanistik waren also auch für die Katz und es musste ein neuer Plan her. Auf Empfehlung einer Freundin wechselte ich also nochmal mein Hauptfach und fing mit 23 nochmal bei 0 an. Dieses mal mit Philosophie. Man hätte meinen können, meine Einstellung zum Lernen hätte sich nach diesen zwei Fails grundlegend verändert, aber so war es leider nicht. Auch Philosophie startete ich mit einer sträflichen Entspanntheit. Ich weiß um ehrlich zu sein gar nicht mehr, was ich mir damals dabei gedacht habe. Ich glaube, ich habe null in die Zukunft geschaut und wollte einfach nur auf dem Papier eingeschrieben sein, damit meine Eltern nicht meckern. So hart das auch klingen mag.

In Philosophie gibt es an der LMU zwei Einführungsklausuren. Die muss man bestehen, man hat allerdings so viele Versuche, wie man braucht. Der Rest sind Hausarbeiten und Essays und wie ihr euch vielleicht denken könnt, bin ich durch sowas nie auch nur einmal durchgefallen. Nur die blöden Klausuren brachen mir mal wieder das Genick. Ich bin in Philosophie einmal durch Logik und dreimal durch Wissenschaftstheorie gefallen, weil ich einfach nicht ordentlich gelernt habe. Und nein, darauf bin ich nicht stolz.

Bei mir hat sich der Schalter tatsächlich erst mit 25 umgelegt. Als mir so langsam klar wurde, dass ich mich einfach nicht länger vor allem drücken kann. Und dass es vor allem mit ‚nochmal wechseln’ auch nicht besser wird, wie ich ja schon bewiesen hatte. Ich begann also, mich damit abzufinden, dass Studieren nicht immer Spaß macht. Mir zumindest nicht. Ich weiß, dass es einige Leute da draußen gibt, die in ihrem Studium total aufgehen. Die freiwillig zusätzliche Veranstaltungen besuchen und für die das Lernen zwar anstrengend, aber nicht schlimm ist, weil sie wissen, wofür sie es tun und weil grundsätzlich der Spaß am Studieren überwiegt. Nur bei mir war das eben überhaupt nicht so. Mir hat Studieren von vorne bis hinten keinen Spaß gemacht, das muss ich ganz ehrlich sagen. Mich haben die Inhalte kaum bis gar nicht interessiert und ich musste mich zwingen, überhaupt anwesend zu sein. Da wir den Blog und damit sehr viel Arbeit hatten, war das für mich auch immer irgendwie eine Ausrede, nicht in die Uni zu gehen. Ich war tatsächlich froh, wenn wir zu einem Event eingeladen waren, das mit meinen Uni Veranstaltungen kollidierte, denn dann hatte ich einen Grund, nicht hingehen zu müssen. Ihr seht also, ich war alles andere als ein vorbildlicher Student.

Eileen und ich haben viel über dieses Thema gesprochen und wir empfinden unserem Studium gegenüber ähnlich. Ob Eileen nun mehr Pflichtbewusstsein oder schlichtweg mehr Muffensausen hatte, kann ich euch nicht wirklich, aber sie war definitiv öfter in der Uni, als ich. Zumindest am Anfang. Offensichtlich hatte ich mit der Zeit wohl einen schlechten Einfluss auf sie.

Ich habe also mit 25 den Schalter umgelegt und begriffen, dass es so nicht weitergehen konnte. Studieren nervte mich, ich wollte endlich die volle Zeit für meinen Blog haben oder überhaupt arbeiten und mir wurde so langsam klar, dass es eigentlich nur einen einzigen Weg aus der Misere gab und der war, es endlich durchzuziehen und mit einem Abschluss aus dieser Universität zu marschieren.

Ich habe also begonnen zu lernen. Die letzten 3 Semester meines Studiums habe ich tatsächlich studiert und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich von mir selbst genervt war. Ich wurde regelrecht zum Streber, weil ich solche Angst hatte, es wieder zu vergeigen. Meine Anwesenheit ließ nach wie vor zu wüschen übrig, aber lustigerweise schaffte ich es auch so mit super Noten und das ist schon etwas, was mich sehr nachdenklich macht. Ich war also jetzt drei Semester lang der Student, der ich nie sein wollte. Ich schaffte Wissenschaftstheorie im 4. Anlauf sogar mit einer 2,7 (der Schnitt liegt hier bei 3,irgendwas) und hatte bei allen Hausarbeiten, die ich abgab eine 1 vorm Komma.

Und Freunde, ich bin ganz ehrlich: Ich wusste wirklich nicht, ob ich mich nun freuen, oder ärgern sollte. Zum einen sind gute Noten natürlich etwas Schönes, aber zum anderen begann ich auch wirklich, mich zu fragen, wie gut ich eigentlich hätte sein können, wenn ich nicht immer so stinkenfaul gewesen wäre. Das kann schon frustrierend sein.

Der Preis, den ich dafür zahlte, war jedoch auch nicht zu verachten. Zur Klausurenphase herrschte bei uns auf dem Blog 4 Wochen lang absolute Ebbe und auch sonst war ich immer gestresst und hatte für den Blog eigentlich keinen Kopf. Ich bin ganz ehrlich, wenn ich das mein ganzes Studium so gemacht hätte, wäre ich irgendwann eingegangen. Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, wie ich es gelöst habe, zumal ich trotz dieses Minimalaufwands am Ende auf einen Einserschnitt gekommen bin, was mich schon wirklich wundert.

Das ach so geile ‚Studentenleben’

Noch so etwas, was ich nie verstanden habe ist die Aussage „Genieß dein Studium, so ein entspanntes Leben wirst du nie wieder haben, wenn du erst mal arbeitest.“ 

Für mich hat es sich nie erschlossen, was am Student sein nun so geil ist. Klar, man muss sich um viele Dinge eben nicht so kümmern, wie man es später tun muss. Zum Beispiel Altersvorsorge oder Krankenversicherung, das ist als Student alles leichter. Aber sonst fand ich das Studentenleben nie so attraktiv, wie ich es wohl hätte finden sollen.

Das mag mit Sicherheit auch daran liegen, dass ich nie ein Patytier war, denn auch das zeichnet das ‚Studentenleben’ wohl aus: Feiern bis zum Umfallen und den ganzen Tag schlafen. Ich konnte damit nichts anfangen und fand das alles daher nicht sonderlich attraktiv. Ich wollte lieber endlich arbeiten, mehr Geld zur Verfügung haben und mich nicht mehr mit dem Studentenkram rumschlagen müssen. Viele sagen mir, ich hätte vielleicht besser eine Ausbildung gemacht, aber ich bin ganz ehrlich: Für die wäre ich direkt nach dem Abi genauso wenig bereit gewesen, wie für ein Studium. 40 Stunden die Woche arbeiten hätte mich ebenfalls restlos überfordert. Ich war mit 19 für überhaupt gar nichts bereit, ich konnte gerade so selbstständig eine Waschmaschine bedienen.

Ich habe ‚Quatsch’ studiert – Was nun? 

Letztendlich kann ich also nicht ohne ein kleines bisschen Stolz sagen: Ja ich habe einen Bachelor und ja es war hart. Ich habe nicht BWL studiert, nicht Medizin, nicht Jura, nicht Elektrotechnik oder sonst irgendwas ‚ordentliches’. Ich habe Philosophie studiert. Etwas, das man wahrscheinlich (bis auf kack Wissenschaftstheorie und Logik) nicht mal lernen kann, sondern irgendwie einfach können muss. Ein Abschluss, wegen dem mich wahrscheinlich keine Firma mit Kusshand einstellen wird.

Aber wisst ihr was: Ich habe es durchgezogen. Es hat lange gedauert, aber ich habe es geschafft! Sogar mit 1 vorm Komma und das ist dann doch etwas, worauf ich stolz bin, auch wenn mein Studium im Bezug auf Berufsaussichten nicht das bringen kann, was mir ein Biotechnologiestudium gebracht hätte. Ich weiß jedoch sicher, dass mich dieses Studium noch viel unglücklicher gemacht hätte, als das jetzige, einfach weil es mich zu Tode genervt hätte, aber leider mein Lebensinhalt gewesen wäre. Das war Philosophie nicht. Durch Philosophie bin ich relativ easy (bis auf kack Logik und Wissenschaftstheorie!) durchgekommen und konnte daher meine Zeit in das stecken, was mir wirklich wichtig war und das ist der Blog. Ich bin mir sicher, dass mein Philosophiestudium alleine auf Firmen nicht sonderlich attraktiv wirken mag, die Tatsache aber, dass wir uns neben dem Studium noch ein Business aus dem Boden gestampft und Vollzeit gearbeitet haben, lässt die Sache schon wieder ganz anders aussehen. 

Ich kann nur jedem raten, auf sein Herz zu hören, sein Studium zu wechseln, wenn es nicht passt, aber auch mal die Arschbacken zusammen zu kneifen und für Klausuren zu lernen, die einfach nur mies und nervig sind. Denn am Ende fühlt es sich verdammt gut an, wenn man es endlich geschafft hat und sagen kann: Ich bin fertig.

Ein bisschen tun mir meine Eltern bei der ganzen Sache jedoch Leid, da bin ich ganz ehrlich. Ich bin die erste Frau in meiner Familie, die Abitur gemacht hat, mein Papa war überhaupt der erste mit Abitur und Studium. Ich komme aus keiner Akademikerfamilie bei der das erwartet wird und eigentlich völlig klar ist, dass man studiert. Ich denke, meine Eltern habe da große Hoffnungen in mich gesetzt und dass ich jetzt so etwas Brotloses studiert habe, ist mit Sicherheit nicht das, was sie sich für mich gewünscht haben. Jedoch haben auch sie gemerkt, womit es mir gut geht und womit nicht und das ist das wichtigste. Meine Eltern haben mir nie rein gequatscht und mich immer unterstützt und dafür bin ich sehr dankbar. Ich hoffe, dass wenigstens die 1 vorm Komma sie dann doch ein bisschen stolz macht. Auch wenn ich nicht Elektrotechnik oder Maschinenbau studiert habe, wie mein Papa sich das wohl gewünscht hätte. Immerhin habe ich studiert, als erste Frau in meiner Familie und das ist etwas worauf ich stolz sein darf.

Also lasst euch nicht unterkriegen, Studieren geht vorbei. Und ich beneide wirklich alle, die daran sogar noch Spaß finden, das ganze in 6 Semestern Regelstudienzeit durchziehen und mit 21 fertig sind. Das muss sich wirklich toll anfühlen. Für mich heißt es jetzt aber Gott sei Dank: Ciao Kakao. Auf nimmer Wiedersehen, Uni! Denn wie ihr euch sicher denken könnt, kommt da wohl eher kein Master mehr hinterher…

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  • Danke für die ehrlichen Worte! Ich hab mich „damals“ in meinem Studium auch nicht wohlgefühlt, habe es beendet, um es zu beenden und, um ehrlich zu sein, auch überhaupt angefangen, um studiert zu haben. Für mich war immer klar, dass kein Master folgt. Den Bachelor habe ich so schnell es ging durchgezogen: weil mir das Studentenleben keinen Spaß gemacht hat, die Fächer eh nicht… im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte mir wenigstens etwas mehr Zeit und weniger Zukunftssorgen gewünscht.

    (Hab auch mal einen Artikel geschrieben zum Thema: Wieso das Studieren nicht die Zeit meines Lebens gewesen sein kann: http://morgenwirdgestern.de/2013/05/youd-think-ive-had-the-time-of-my-life/)

  • Ich bin gerade im ersten Semester und nerve gerade schon mein ganzes Umfeld, da ich selber nicht weiß wohin mit mir, ich bin 18 und soll entscheiden was ich will? Ich hab mich auch nur eingeschrieben, damit meine Eltern „stolz“ sein können und weil ich ehrlich gesagt zu faul war um mich neben dem Abi noch zu bewerben. Aber es sind gerade einmal ein paar Wochen im Studium und ich bin einfach nur unglücklich, ich komme mit den Leuten nicht klar, denn ich habe das Gefühl es dreht sich alles nur um Partys. Im Vorfeld schon wurde mir oft gesagt BWL ist extrem schwer, aber ich dachte mir, wenn ich in die Vorlesungen geh, dann wird das schon, ich überläge täglich was ich will und wünsche mir das jemand mir die Entscheidung abnimmt.. was ich damit sagen will, DANKE für deinen Artikel, irgendwie besträrkt er mich etwas zu verändern, da ich einfach nicht glücklich bin und es mir nichts bringt mich dazu zu zwingen weiter zu machen, damit ich etwas „erreiche“. Ich muss wirklich überlegen was ich will und ich finde es traurig, dass mich mit 18 solche Ängste plagen..

    • ich kann dir nur raten: such dir einen Job! es ist (fast) egal was, aber wer nicht schon seit kind davon träumt arzt oder so zu werden, sollte niemals direkt nach der schule „einfach irgendwas“ studieren. das schadet der person, der lernfreudigkeit (sofern nach der regulären schule noch was davon übrig ist) und auch der gesellschaft, die für solche studien bezahlt.
      ich kann dir versichern: wenn du im Arbeitsleben steht, merkst du, was dir gefällt / liegt, und was nicht, und plötzlich kristallisiert sich heraus, was das perfekte studium wäre (wenn nicht sogar mehrere richtungen).

  • An sich hat mir mein Studium am Anfang auf jeden Fall Spaß gemacht, am Ende aber leider gar nicht mehr. Die FH an der ich studiert habe, hat mich mega genervt und einem bei allem Steine in den Weg gelegt, und als ich meinen Bachelor endlich in der Tasche hatte, war ich unglaublich erleichtert. Ein Master kommt also (erstmal) auch nicht in Frage…

  • Hi,

    ich habe eine ähnlice Vita wie du. 🙂 Nach dem Abitur dachte ich auch, dass ich nicht bereit für eine Ausbildung sei und ging nach Leipzig, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Das mag zwar was „ordentliches“ sein, aber das macht irgendwie jeder, der kein Plan hat. 🙂 Also nach 4 Semestern, ich hatte eine richtig geile Zeit, schmiss ich es aber hin. Ich bin ständig durcg Klausuren gefallen und ich hatte auch immer das Gefühl nichts ordentliches zu lernen. Also schmiss ich es hin und suchte mir einen Ausbildungsplatz. Zu meiner Verwunderung nehmen Unternehmen sehr gern Studienabbrecher und so konnte ich wählen wo ich eine Ausbildung machen wollte. Die Ausbildung schloss ich in 2.5 statt 3 Jahren mit IHK Auszeichnung ab und dann studierte ich wieder. Neben meinem normalen Job am WE. Es war hart, sehr hart. Und ich konnte mir zwischendurch nicht vorstellen, dass ich eine 40-60 seitige BA-Arbeit „nebenbei“ schreiben könnte. Aber es ging irgendwie. Im Juli habe ich meinen Abschluss gemacht. Mit einer guten Note. Aber es hat mir nie Spaß gemacht in meinem Ausbildungsberuf zu arbeiten, also habe ich gekündigt und bin nach Dublin gezogen, um besser Englisch zu lernen. Meine Zukunft ist offen, aber das finde ich gut. 🙂

    Ich denke, du solltest du dir nicht so viele Gedanken machen, du wirst oder hast bereits mit deinem Abschluss einen guten Job bekommen. In etlichen Bereichen kommt es nur darauf an, dass du einen Abschluss hast, aber nicht in was. Außerdem zählt, wie du schon geschrieben hast, auch deine Arbeitserfahrung.

    LG Myriam