Über Motivation

‚Wenn ich das schaffen kann, dann kannst du es auch schaffen.’

‚Jeder kann das erreichen, was er möchte.’

Zwei Sätze, die sich oft leicht sagen, aber nicht immer leicht umzusetzen sind, beziehungsweise an deren Wahrheitsgehalt immer noch viele Leute zweifeln, eben weil sie noch nicht dass erreicht haben, was sie gerne erreichen wollen. Warum ist das so? Darüber denke ich schon ziemlich lange nach.

Ich persönlich wurde immer nach dem Motto erzogen: ‚Wenn du etwas willst, schaffst du es auch.’ Irgendwie ist das als Kind und Jugendliche für mich aber nicht ganz aufgegangen und ich habe vieles nicht erreicht, egal wie sehr ich es wollte. Gute Noten zum Beispiel, aber dazu gleich mehr. Auch heute frage ich oft nach dem großen Warum, wenn ich mal wieder an so einem Punkt stehe. Ich will es doch schließlich?! Zugegeben: Durch reinen Willen etwas zu erreichen ist und bleibt wahrscheinlich Wunschdenken. Ich bin aber Trotzdem der Meinung, dass der Wille sozusagen die Grundlage ist und dann eben Dinge wie persönliche Begabung, Fleiß oder auch mal Glück dazu kommen. Und eben auch die Bereitschaft, Opfer zu bringen und hart zu arbeiten.

Eine Erkenntnis, die ich schon vor einer Weile getroffen habe, ist folgende: Der Wille, etwas zu schaffen, kann einen beflügeln und einen aus der Reserve locken. Trotzdem gibt es trotz allem Grenzen und man wird in manchen Situationen unglaublich gefordert.

Ich habe in der Schule immer gestrauchelt, ich war in allem schlecht, hatte keine Motivation zu lernen, habe meiner Meinung nach mein Bestes gegeben und trotzdem keinen Erfolg gehabt. Das war natürlich immer unglaublich ärgerlich und hat mich nur noch mehr demotiviert. Im Nachhinein würde ich sagen, ich habe eben nicht alles gegeben. Aber auch weil es mir das nicht wert war. Es war es mir nicht wert, mein komplettes Herzblut ins Lernen zu stecken, was mir mehr als schwerfiel, da ich mich beispielsweise nicht lange auf eine Sache konzentrieren kann. Ich will mich da aber gar nicht rausreden, sondern sage es ganz klar und deutlich:

Ich wollte es nicht genug.

Ich wollte zwar gute Noten haben, noch mehr lernen und arbeiten wollte ich dafür aber nicht.  Ich hätte wahrscheinlich meine gesamte Schullaufbahn über jeden Tag intensiv lernen müssen und dafür hatte ich schlichtweg nicht die Lust. Trotzdem war es natürlich extrem demotivierend, weil ich mir die ganze Zeit dachte: Aber ich will es doch! Scheinbar wollte ich es aber einfach nicht genug, um die nötigen Opfer zu bringen…

Heute kann ich das differenzierter betrachten. Ich glaube daran, dass man etwas schaffen kann, wenn man es wirklich will.  Ich bin aber eben auch der Meinung, dass man sich im Klaren sein muss, dass man oftmals Opfer bringen muss und auch diese Opfer muss man wollen. Ich habe mittlerweile Bereiche in meinem Leben gefunden, in denen ich genau dazu bereit bin.

Unser Blog ist mein Baby und ich weiß einfach, wofür ich es tue. Die Selbständigkeit ist oft hart und manchmal nur noch nervig. Trotzdem gehört es dazu und die Tatsache, dass ich mein eigener Chef bin, entschuldigt das alles. Ich könnte es mir aktuell auch gar nicht vorstellen, irgendwo 9 to 5 angestellt zu sein. Ich liebe das, was wir machen wirklich so sehr. Wer es schafft, so zu denken, der will es meiner Meinung nach wirklich.

Ein anderes, gutes Beispiel für meine Situation und Motivation ist außerdem das Laufen. Es macht mir keinen Spaß, da bin ich ganz ehrlich. Hat es noch nie und wird es wohl auch nicht. Trotzdem ist es für mich die Herausforderung als solche, mir ganz persönlich zu beweisen, dass ich es schaffen kann, wenn ich nur wirklich will. Dass ich die 5 km schaffen kann, die 10 km und vielleicht auch die 20km, obwohl es mir eigentlich nicht liegt.

Ich möchte selbst sehen, wie weit meine persönliche Willensstärke reicht und was ich schaffen kann, wenn ich es wirklich will und alles dafür gebe. Auch wenn das Laufen als solches wohl nie mein Lieblingssport wird. Den Wingsforlife run laufe ich auf jeden Fall und auch den Halbmarathon in Berlin werde ich dieses Jahr antreten. Ob ich danach weiter laufe? Keine Ahnung, aber das werden wir ja dann sehen…

Seit ich den Blog habe, bin ich nur noch selten aus meiner Komfortzone rausgekommen und eigentlich ist das schon etwas, was mich immer gereizt und gefordert hat.  Ich bin hier in einer kleinen Welt, die sehr stressig ist und in der man sich ständig beweisen und verkaufen muss. Trotzdem habe ich mich eingelebt und fühle mich wohl. Ich kann meine Leidenschaft fürs Fotografieren ausleben und wir haben mittlerweile eine gute Balance gefunden, für Kunden zu arbeiten und trotzdem noch unser eigenes Ding zu machen.

Das Laufen ist genau das Gegenteil von diesem zwar an sich abwechslungsreichen aber eingespielten Arbeitsalltag.  Meine Lunge brennt, ich habe Schmerzen, mein Kopf wir hochrot und sagt mir: ‚Hör auf mit dem Scheiß, es macht echt keinen Spaß!’

Aber genau an dem Punkt mache ich es mir selbst zu Aufgabe, diese Gedanken zu überwinden und noch schneller und weiter zu laufen. Vielleicht auch, um mal wieder zu sehen, wie gern ich meinen Alltag habe… ‚Geist über Körper’, sage ich da nur. Das kann wirklich Wunder bewirken und Reserven aus einem rausholen, von denen man nicht wusste, dass man sie besitzt.

Ihr seht also, wenn ich etwas wirklich will, dann kann ich schon ziemlich verbissen werden. Das ist aber meiner Meinung nach gut, denn ein ganz wichtiger Punkt bei der ganzen Sache ist das Durchhaltevermögen. Wie oft fangen wir Dinge an und hören nach kurzer Zeit wieder auf, weil wir nicht sofort gut darin waren? Etwas wirklich zu wollen ist hart. Es wird Rückschläge geben, man wird ab und zu das Gefühl haben, nicht vorwärts zu kommen und vielleicht denkt man sogar, dass alle anderen einen überholen. Mein Tipp ist also folgender: Wenn du es wirklich willst, bleib trotzdem dran! Schau nicht nach links und rechts, konzentrier dich nur auf dich und mach dein Ding!

Es geht uns beispielweise beim Bloggen fast täglich so, dass wieder irgendein neuer Blogger oder Influencer auftaucht, den es gerade mal seit ein paar Monaten gibt und der uns die Kooperationen wegschnappt, weil er einfach mal 200K Follower hat. Woher auch immer. Wir mussten auch erst lernen, uns eben nicht damit zu beschäftigen, sondern nur damit, dass wir diesen Job so unbedingt machen wollen, dass wir alles dafür geben.

Wenn du also das Gefühl hast, dass die Diät eh nichts bringt, oder du die 10 Kilometer eh nicht schaffst, oder niemals mit dieser oder jener coolen Marke zusammenarbeiten wirst: Gib am nächsten Tag 200%!

Es ist ok, auch mal zu jammern, sich eventuell kurz zu bemitleiden und sich zu fragen, ob das überhaupt noch alles Sinn macht. Wenn die Antwort auf die letzte Frage aber grundsätzlich ‚ja’ ist, dann kämpf dafür! Bleib am Ball und setz dir Ziele. Den wenigsten Menschen fällt einfach irgendwas in den Schoß.

Hinter den meisten Erfolgsgeschichten steckt harte Arbeit und auch wenn es der ein oder andere durch bestimmte Umstände, Beziehungen, Begabungen oder sonst was einfacher hat, für unsere Träume und Ziele arbeiten müssen wir so gut wie alle. Wir sind selbst dafür verantwortlich. Wir haben zum Beispiel auch nicht wirklich Toleranz für Sätze wie ‚Die Klausur war aber furchtbar schwer’. Ich glaube, wir sind beide recht entspannt durch unser Studium gekommen und zwar nicht, weil wir immer die besten Noten hatten, sondern weil wir recht schnell begriffen haben, dass wir selbst für unsere Noten verantwortlich sind. Wenn wir lieber im Englischen Garten gelegen sind, als zu lernen, dann war das unsere Entscheidung, aber dann braucht sich auch niemand wundern, wenn die Note am Ende nur mittelmäßig ist. Es war ok, den schließlich lagen wir ja im Englischen Garten, anstatt zu lernen…

Jeder ist für sich selbst verantwortlich, sollte sich Ziele setzen und versuchen, seine Träume zu verwirklichen. Dabei ist es wahrscheinlich schwieriger, etwas zu finden, was man wirklich so sehr will, dass man alles dafür tut, als dann eben schlussendlich alles dafür zu tun. Das ist nämlich absolut machbar, wenn du es nur wirklich willst!

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