Skincare Series // Retinol Part 1

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Mit diesem Post startet heute eine neue Serie hier auf unserem Blog. Alle, die uns auf Instagram folgen, haben mit Sicherheit schon mitbekommen, dass Hautpflege mein absolutes Steckenpferd ist. Schon seit mehreren Jahren fuchse ich mich in Inhaltsstoffe rein, liebe es zu testen und zelebriere jeden Abend mein Hautpflegeritual, bei dem ich mir feierlich mindestens 8 Schichten ins Gesicht schmiere. Zugegeben – mir ist klar, dass nicht jeder diese Begeisterung teilt und das ist auch völlig in Ordnung so, aber trotzdem kamen in letzter Zeit immer wieder sehr spezifische Fragen. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass es qualifiziertere Leute gibt, als mich, um diese Fragen zu beantworten und trotzdem bin ich mittlerweile an dem Punkt, dass ich in dem Bereich selbstbewusst genug bin, um mein Wissen mit euch zu teilen. Wir starten also heute mit einem Post über DEN Anti Aging Wirkstoff schlechthin, nämlich Retinol. 

Gleich vorweg möchte ich hier nochmals betonen, dass ich kein Chemiestudium, Pharmaziestudium oder etwas ähnliches absolviert habe. Bei mir hat’s gerade mal zu zwei Semestern Biotechnologie gereicht und deshalb ist das, was ich euch heute erzähle, das Wissen, das ich mir als Laie über die letzten Jahre angelesen habe. Mittlerweile beschäftige ich mich aber so intensiv mit der Thematik, dass ich denke, ich kann euch die Fakten hoffentlich verständlich darlegen und erklären. Dieser Post ist also von einem Laien und für den Laien. Solltet ihr euch bereits super auskennen, werdet ihr hier wahrscheinlich nichts Neues lesen. Für alle, die aber noch neu auf dem Gebiet sind, hoffe ich, dass es mir einigermaßen gelingt, alles einmal anzusprechen.  Sollte jemand mit Ahnung einen groben Fehler finden, darf er sich natürlich jederzeit gerne melden!

Beginnen wir nun aber mit dem Retinol. Was ist das überhaupt? Wieso sollte ich es benutzen? Und ab wann? Ich habe mir über diese und noch weitere Fragen Gedanken gemacht, Artikel gelesen und recherchiert und möchte diese Serie deshalb heute mit der Beantwortung der wichtigsten Fragen zum Thema ‚Retinol’ beginnen. Auf Produkte, die ich bereits ausprobiert habe und was für wen geeignet ist, werde ich dann in einem weiteren Post eingehen.

Was ist Retinol?

Beginnen wir also mit der Terminologie und die hat es gleich mal in sich. In der Hautpflege sprechen viele Hersteller von ‚Retinol’. Das ist manchmal korrekt, manchmal nicht, aber der Name hat sich irgendwie etabliert, ähnlich wie ‚Tempo’ bei Taschentüchern oder ähnliches. Korrekt ist eigentlich ‚Vitamin A’, denn das ist Retinol und dazu gehören auch alle Formen von Retinol, die in der Hautpflege verwendet werden. Begriffe, die uns in diesem und dem Folgeartikel öfter begegnen werden, sind neben ‚Retinol’ auch ‚Retinoid’, bzw ‚Granactive Retinoid’, ‚Hydroxypinacolone Retionate’, ‚Retinyl Palmatate’, ‚Retinoic Acid’, ‚Retinol Ester’ und noch einige andere. Ist das alles das gleiche? Die Antwort ist jein. All das gehört irgendwie zu ‚Vitamin A’, ist aber nicht das gleiche, was wir spätestens dann merken werden, wenn wir auf die verschiedenen Produkte eingehen. Ich persönlich werde in diesem Artikel der Einfachheit halber meistens den Begriff ‚Retinol’ verwenden, außer natürlich wenn ich auf einen ganz bestimmten Wirkstoff eingehe. 

Mal ganz simpel vorweg: All die Produkte, die wir einfach so ohne Verschreibung im Geschäft oder online kaufen können, enthalten entweder Retinol, oder aber einen Ester der Retinoic Acid. Wie genau Ester in der Chemie gebildet werden, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen, wichtig für uns ist aber folgendes: Grundsätzlich kann man wohl sagen, die Ester sind in den meisten Fällen weniger wirksam, dafür aber stabiler gegenüber Umwelteinflüssen, als reines Retinol und sie haben außerdem weniger Irritstionspotential.  

An sich tun außerdem weder Retinol, noch die Ester im ersten Schritt direkt irgendwas für unsere Haut (abgesehen von einer Ausnahme, aber dazu komme ich gleich). Unsere Haut muss sie erst umwandeln und zwar in Retinoic Acid. Das tut sie aber auch, von dem her ist das kein Problem und wir wissen, dass Retinol und die Ester wirken. Mit den verschreibungspflichtigen Retinol Cremes spart man sich beispielsweise diesen Schritt, denn viele davon enthalten direkt Retinoic Acid. Die hat jedoch so ein hohes Irritationspotential, dass diese Produkte nicht umsonst verschreibungspflichtig sind. Die meisten Menschen bekommen davon erst mal ziemliche Rötungen, schuppen sich etc. Vor allem in den USA scheinen diese Produkte in Mode zu sein, denn dort lässt sich gefühlt jede 30 jährige diese Cremes verschreiben. Ich persönlich halte das für unnötig, aber das ist meine ganz eigene Ansicht. Die verschreibungspflichtigen Sachen machen meiner Meinung nach Sinn, wenn man Mitte 50 ist, es die letzten 30 Jahre verpasst hat, etwas für seine Haut zu tun und nun schnell noch ein paar Fältchen loswerden will, nicht aber für junge Menschen ohne schlimme Hautalterungszeichen. Hierfür gibt es mittlerweile wirklich tolle Produkte, die man ganz ohne Rezept kaufen kann und die eigentlich für die meisten Menschen absolut ausreichend sind. Außerdem werden diese Cremes auch in der Akne Therapie eingesetzt, aber das ist ein anderes Thema und etwas, womit ich mich nicht auskenne, weshalb ich das hier mal außen vor lassen würde. 

Übrigens gibt es wohl auch Studien, im Zuge derer geforscht wird, ob man sich nicht auch bei Hydroxypinacolone Retionate (HPR) den Umwandlungsschritt spart, weil der Stoff gleich an zwei Rezeptoren andockt. Das wäre dann wissenschaftlich gesehen wirksamer, als Retinol, da es ähnlich aktiv wäre, wie Retinoic Acid. Ich muss ehrlich sagen, dass ich hierzu sehr widersprüchliche Aussagen gefunden habe und es mir deshalb schwerfällt, eine Aussage dazu zu treffen. Mehr dazu aber gleich nochmal. 

Was tut Retinol und wieso sollte ich es verwenden?

Retinol ist eigentlich der einzige Wirkstoff, der erwiesenermaßen Anti Aging Eigenschaften hat. Und ja, das ist irgendwie heftig, denn gefühlt hat jede Brand mindestens eine ganze Produktlinie, die einem in Sachen Anti Aging sonst was verspricht, aber kein Retinol enthält. Bei Retinol als Wirkstoff gibt es Studien und wir wissen, dass Retinol – wenn es richtig formuliert ist – wirkt. Das ist ganz einfach Wissenschaft. Deshalb machen Retinol Produkte für jeden Sinn, der der Hautalterung ein bisschen entgegenwirken will. In der Formulierung liegt aber auch schon wieder die Crux, denn die ist nicht unerheblich dafür, wie das Produkt wirkt und deshalb ist eben Retinol auch nicht gleich Retinol. 

Was Retinol aber konkret tut: Es kurbelt die Collagenproduktion an, denn die geht ab dem 25. Lebensjahr langsam und ab dem 30. dann signifikant runter. Somit wirkt Retinol bei Falten und Linien, aber es hat auch peelende Eigenschaften und wirkt Pigmentation entgegen.  Für die beiden letzten Wirkungsweisen gibt es aber zugegebenermaßen noch bessere Wirkstoffe. Man sollte Retinol also nicht rein gegen Pigmentflecken verwenden, auch wenn es da helfen kann. 

Vitamin A Produkte werden wie schon erwähnt auch in der Akne Bekämpfung verwendet, also auch da können sie definitiv benefits haben. Vorsicht ist hingegen geboten bei Rosacea. Da würde ich vorher lieber erst mal mit einem Hautarzt sprechen.

Ab wann sollte ich Retinol verwenden?

Die ‚ab wann’ Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Das hat ganz viel mit dem persönlichen Lifestyle, den Genen und natürlich auch mit Umweltfaktoren zu tun. So ganz generell habe ich jetzt sehr oft gelesen und gehört, dass das ideale Alter zwischen 26 und 28 ist. Wenn man jedoch 23 ist, raucht, trinkt, studiert und im Stress ist oder einen heftigen Job hat und die Haut irgendwie nicht so aussieht wie man sich das wünschen würde, dann kann einem Retinol vielleicht auch weiterhelfen. Ab 30 würde ich persönlich sagen, macht es aber eigentlich für jeden Sinn, denn spätestens da geht die Collagenproduktion einfach runter. Ich persönlich habe mir auch lange die Frage gestellt, ob es Sinn macht, Retinol präventiv zu verwenden. Die Antwort ist jein. Es macht mit Sicherheit keinen Sinn, mit 18 damit anzufangen, das ist schlichtweg Geldverschwendung, wenn man eine so junge, pralle Haut hat und mit Falten nicht die geringsten Probleme hat. Mit 28 hingegen macht es aber schon Sinn, auch wenn man auch da noch keine schlimmen sichtbaren Hautalterungszeichen hat. Ich persönlich habe mit 26 damit begonnen, bin jetzt 29 und bin mir sicher, dass meine Haut ohne Retinol jetzt ein bisschen anders aussehen würde, als sie es tut. Da muss also jeder selbst entscheiden ob und ab wann das für einen persönlich Sinn macht. Das nur mal so als grober Orientierungswert.

Wie starte ich am besten mit Retinol Produkten?

Grundsätzlich würde ich raten, keine zu hohe Dosierung zu verwenden und eine gut verträgliche Formulierung, wie beispielsweise Öl. Das buffert in den meisten Fällen ganz gut und macht es so verträglicher.  Außerdem sollte man das Produkt ganz am Anfang nicht jeden Abend zu verwenden, sondern ganz langsam in die Routine einzubauen. Im Toner, wie beispielsweise dem Pixi Retinol Tonic soll das Ganze auch etwas sanfter und gut zum Starten geeignet sein. 

Zur Frage ob nun Retinol oder Retinol Ester bin ich persönlich mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem ich überfragt bin. HPR soll ja ähnlich aktiv wirken, wie Retinoic Acid und wäre somit nicht zu unterschätzen. Ich persönlich habe grundsätzlich sowohl mit reinem Retinol, als auch mit Blends aus verschiedenen Derivaten Erfahrung vertrage an sich beides. Wie es sich mit der Wirksamkeit verhält, kann ich persönlich schwer sagen, da Retinol so oder so kein Wirkstoff ist, bei dem man über Nacht eine Veränderung sieht. Dazu aber gleich mehr. 

Wie wende ich Retinol Produkte an?

Ich würde also für den Einstieg ein relativ schwaches Produkt empfehlen und das zunächst für zwei oder drei Wochen nur einmal die Woche verwenden. Dann vielleicht zweimal die Woche und so kann man sich bis auf jeden zweiten oder sogar jeden Abend hocharbeiten. Generell empfiehlt es sich, im Sommer mit einem niedrig dosierten Ester zu starten und dann im Herbst und Winter auf höher dosierte Produkte hochzugehen. Retinolprodukte sind nichts, was man sich auf die Haut schmiert und sofort ein Brennen oder sonst was spürt, wenn es zu heftig ist, wie es beispielsweise bei Säuren der Fall ist. Bei Retinol merkt man erst, dass man es übertrieben hat, wenn es zu spät ist und glaubt mir, auch ich musste diese Erfahrung machen. Generell gilt: Abends anwenden, nicht morgens, denn Retinol gehört zu den Wirkstoffen, die die Haut empfindlich (auch gegenüber Sonnenlicht) machen und die benutzt man besser abends. Tagsüber außerdem unbedingt ausreichend Sonnenschutz verwenden! Das ist in dem Fall wirklich kein Scherz, sondern sollte unbedingt ernstgenommen werden. Meine Mama zum Beispiel hat sich bewusst gegen Retinol entschieden, weil sie weiß, dass sie das mit dem Sonnenschutz nicht durchzieht und das ist dann einfach zu gefährlich. Jeden Tag Sonnenschutz gehört für mich so oder so dazu, wenn man Retinol verwendet wird es aber umso wichtiger!

Soweit es nicht anders auf der Verpackung steht, ist es bei den meisten Retinolprodukten, die nicht in einer Ölformulierung vorliegen, am sinnvollsten, nach der Reinigung einen Toner anzuwenden, diesen vollständig trocknen zu lassen und dann direkt als erstes und vor allen anderen Seren etc das Retinol zu benutzen. Ölformulierungen hingegen können gegen Ende und direkt vor dem Moisturizer verwendet werden. So oder so sollte die Haut aber einigermaßen trocken sein. Feuchtigkeit wirkt hier wie ein Brandbeschleuniger, der den Wirkstoff in einer Intensität und einer Geschwindigkeit in die Haut leitet, die wir in dem Fall gar nicht haben wollen. Das gleiche gilt übrigens auch für Säuren, auch die sollten auf trockener Haut angewendet werden, aber dazu im dazugehörigen Post bald mehr. 

Retinolprodukte (vor allem die höher dosierten, in denen auch wirklich Retinol ist) sollte man außerdem nur an den Wangen und auf der Stirn anwenden. Nicht an den Augen, nicht zu nah am Mund und nicht neben der Nase, denn in der Nasenfalte kann sich das Retinol anlagern und dann schuppt man sich da unschön. Auch die Erfahrung musste ich machen. Für den Hals ist Retinol ebenfalls nicht wirklich geeignet, auch wenn ich persönlich ganz ehrlich bin, wenn ich euch sage, dass ich es mir da manchmal auch hinschmiere. Bisher ist da bei mir noch nichts passiert, aber vor allem wenn man etwas älter ist, soll das dort wohl auch zu schlimmen Schuppungen führen.

Wirkt Retinol wirklich und wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse sehe?

Ich habe euch in den letzten Tagen und Wochen ja über Insta Stories ein bisschen über meine Recherchen zu diesem Thema auf dem Laufenden gehalten und ganz oft kamen dazu Nachrichten, die mehr oder minder den gleichen Inhalt hatten: ‚Ich habe auch mal Retinol benutzt, habe es dann aber wieder gelassen, weil ich irgendwie keinen Unterschied gesehen habe.’

Ich sage es euch, wie es ist: Bei Retinol werdet ihr nie über Nacht einen positiven Unterschied sehen. Man merkt relativ schnell, wenn man es übertreibt (das dauert meist nur ein paar Tage), aber dass es einem über Nacht die Falten ausbügelt, wird nicht passieren. Retinolprodukte brauchen mindestens 6 Monate, damit man von ‚sichtbaren Ergebnissen’ sprechen kann, eher noch länger, wenn man beispielsweise einen niedrig dosierten Ester in einer Ölformulierung benutzt. Ich persönlich verwende jetzt seit ca 3 Jahren die klassischen 1%er, das ist so das stärkste, was man frei verkäuflich kriegt (wobei es auch hier wieder auf die Formulierung ankommt). Auch ich könnte nicht sicher von ‚sichtbaren Verbesserungen’ sprechen, die allein auf Retinol zurückzuführen sind. Ich glaube aber wie gesagt schon, dass meine Haut anders aussähe, würde ich es nicht verwenden. Auch Retinol kann nicht zaubern, man darf also keine Wunder erwarten. Generell ist es vielleicht auch wichtig zu wissen, dass auch ein niedrig dosierter Retinol Ester irgendwann etwas tut. Es dauert eben vielleicht nur länger, als 1% reines Retinol. Dafür hat man aber auch weniger Irritationen, das ist also wieder etwas, was jeder selbst und nach der Sensibilität seiner Haut entscheiden muss. Übrigens beträgt die EU Recommendation hier 0,3% Retinol. 1% ist zwar erlaubt, aber definitiv drüber. Das ist jedoch nur eine Empfehlung wie der Name schon sagt, aber das auch mal als Orientierungswert. 

Kann ich Retinol und Säuren zusammen anwenden?

Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mit ‚Nein’ beantworten würde. So ziemlich jede Verpackung von Retinol Produkten warnt einen davor, das Produkt in Kombination mit Aha, Bha oder anderen Säuren anzuwenden. Daher kann ich empfehlen, die Produkte abzuwechseln. Einen Abend Retinol, einen Abend Säure. Ich verwende auch gerne mal zwei Abende in Folge Säuren und dann einmal Retinol, oder lasse meine Haut mal einen Abend komplett in Ruhe. Wichtig ist nur, dass ihr euch nicht am gleichen Abend beides ins Gesicht schmiert, denn das ist einfach zu viel für die Haut und Säuren ziehen den PH Wert der Haut auch dermaßen nach unten, dass es einfach ein wahnsinniges Irritationspotential hat, wenn darauf auch noch Retinol kommt. 

Was kann ich für meine Haut tun, wenn ich merke, dass ich es übertrieben habe?

Ich möchte euch gerne erzählen, wie ich vor 3 Jahren mit Retinol gestartet bin und wie man es nicht machen sollte! Ich habe mir damals bei Paulas Choice das 1% Retinol Treatment gekauft, weil ich gelesen hatte, Retinol ist was Tolles und habe es mir ins Gesicht geschmiert. Soweit so gut, kein Brennen und auch sonst nichts, also am nächsten Abend wieder drauf damit. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich das gemacht habe, aber es war nicht lange. Höchstens eineinhalb Wochen, würde ich sagen, vielleicht auch weniger. Dann habe ich an den Wangen neben der Nase plötzlich trockene, rote Flecken bekommen, die auch nicht mehr weggingen und die ich überschminken musste und meine Haut hat gespannt und fühlte sich heiß an. Das ist so die klassische Reaktion, wenn man es mit dem Retinol übertreibt. Was man dann tun kann, ist folgendes: Wenn die Haut so überreagiert, sollte man erst mal alles ein bisschen zurückschrauben. Mit dem Retinol also erst mal aufhören, keine Säuren mehr benutzen (auch keine Hyaluronsäure, das ist auch Säure!), keine mechanische Belastung wie Peelings, oder Gesichtsbürsten. Ich habe in solchen Fällen gute Erfahrungen mit Ölen, wie Marula Oil oder Rosehip Oil gemacht, wer es noch ‚purer’ will, nimmt Squalan. Mit Moisturizern aufpassen, da ist oft einfach zu viel drin, was die Haut unnötig noch mehr reizt und auch beim Cleanser auf etwas möglichst Mildes zurückgreifen. Dann sollte man das eigentlich relativ schnell wieder im Griff haben und kann das mit dem Retinol langsamer oder mit einem anderen Produkt nochmal probieren. Die Toleranzgrenzen sind hier im Übrigen völlig unterschiedlich. Mittlerweile ist das 1% Treatment von Paulas Choice für mich überhaupt kein Problem mehr und ich kann es locker jeden zweiten Abend benutzen. Es gibt aber auch Leute, bei denen ist bei 2% Granactive Retinoid in Ölformulierung, was am Ende nur 0,2% auf der Haut sind, schon Schluss und dabei bleibt es auch. (Wie gesagt auf Produkte und Formulierungen gehe ich im zweiten Post noch mehr ein). Die Devise ist also: Langsam rantasten!

Außerdem habe ich mal irgendwo gehört oder gelesen, dass Azelaic Acid im Vorfeld die Haut etwas weniger sensibel macht. Ich kann euch die Quelle tatsächlich nicht mehr sagen und diese Angabe ist defintiv ohne Gewähr, ich könnte es mir aber gut vorstellen, da Azelaic Acid ja auch gut gegen Rosacea sein soll. Da müsste man sich aber vielleicht nochmal genauer informieren. 

So viel also zunächst mal zu den ganz grundlegenden Fragen zum Thema ‚Retinol’. In meinem nächsten Post werde ich noch genauer auf die verschiedenen Formen von Retinol eingehen, auf Formulierungen und auch darauf, worauf man bei den Inhaltsstoff Listen achten muss, wenn man wissen möchte, was und wie viel wirklich drin ist. Da sind nämlich einige Marken nicht besonders transparent und man muss selbst ordentlich schauen, um zu wissen, womit man es zu tun hat. 

Mehr zu dem Thema / Weiterführende Links:

Artikel zur Wirksamkeit von HPR bei Magi Mania

Artikel zu verschiedenen Retinol Formulierungen bei The Ordinary auf The Skincare edit 

Retinol Videoserie von Caroline Hirons

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  • Schöne Zusammenfassung! Als Skincarejunkie lese ich solche Artikel ja supergerne, auch wenn ich das meiste schon weiß.
    Einen Zusatz hätte ich allerdings noch zum Sonnenschutz: Es ist nicht nur wichtig, am Tag nach dem Retinol Sonnenschutz zu verwenden, sondern solange man Retinol benutzt jeden Tag(!). Und auch wenn man Retinol absetzt, sollte man noch eine zeitlang stärker auf den Sonnenschutz schauen, da die Haut durch Retinol oder auch BHA/AHA einfach sonnenempfindlicher wird und das soweit ich weiß bis zur Erneuerung der Haut nach etwa 28 Tagen.
    Ich nutze wie du seit längerem das 1% von Paulas Choice, übrigens zu Anfang mit der gleichen Überschätzung was das Irritationspotenzial angeht :D. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass meine leichte Zornesfalte wirklich deutlich reduziert war. Inzwischen ist nur noch eine minimale Kerbe im Vergrößerungsspiegel zu sehen. Daher nie mehr ohne Retinol!

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