Dinge die wir Firmen gerne sagen würden

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Manchmal hat man es wirklich nicht leicht als Blogger. Manchmal muss man extrem darum kämpfen, überhaupt ernstgenommen und für seine Arbeit anständig bezahlt zu werden. Und nicht selten hat man Kontakt mit Agenturen oder Firmen und fragt sich dabei wirklich, wie die eigentlich ihre Blogger aquirieren. Vieles spricht man aus, vieles aber auch nicht. Wir haben daher heute 4 Dinge für euch, die wir Agenturen und Firmen gerne sagen würden

Checkt die ‚wahre’ Reichweite eurer Influencer

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt und etwas, was unserer Meinung nach leider zu viele Firmen schmerzlich vernachlässigen. Zu wenige beschäftigen sich wirklich damit, wie die Reichweite ihrer Influencer aussieht und buchen dann Blogger oder Instagrammer, bei denen sogar der Laie auf den ersten Blick sieht, dass da irgendwas nicht stimmt. Das Traurige an der ganzen Geschichte ist natürlich die Tatsache, dass so ein Check überhaupt notwendig ist, aber leider ist es Dank unkontrolliertem Followerkauf nötig geworden. Es gibt mittlerweile einige schwarze Schafe in der Bloggerszene, die sich theoretisch leicht entlarven lassen. Theoretisch… praktisch fragen wir uns manchmal wirklich, warum die Firmen diese zwei Klicks, die ihnen Klarheit verschaffen, nicht machen. 

Es gibt beim Followerkauf zwei Typen von Menschen: Die, die schlau genug waren, auch Likes und Kommentare zu kaufen und die, die es eben nicht waren. Letztere lassen sich natürlich am einfachsten entlarven, denn bei 100k Followern und 128 Likes auf ein Bild stimmt ganz offensichtlich etwas nicht. Man sagt, dass bei Accounts in der Größenordnung bis etwa 300k Follower eine Engagement Rate von 1-3% normal ist. Das bedeutet, dass ein Account mit 100k Followern mindestens 1000 Likes auf seine Bilder haben müsste. Abweichungen sind hier natürlich möglich, aber wenn die Likes und die Kommentare immer deutlich unter dieser Zahl liegen, dann sollte man schon stutzig werden.

Etwas kniffliger wird es dann, wenn die Person sich auch die Likes und Kommentare dazu gekauft hat, denn ja, auch das ist möglich. Auch hier lässt sich die Echtheit jedoch mit einem einfachen Klick checken, indem man die Likes einfach mal anklickt und schaut, wer da so geliked hat. Sind das bei einem Bild einer deutschen, mitte 20 jährigen Influencerin nur indische Männer um die 50, kann man auch hier davon ausgehen, dass irgendwas nicht stimmt.

Uns macht es um ehrlich zu sein traurig, dass viele diesen Klick nicht machen und solche Leute dann uns vorziehen, einfach weil sie mehr Follower auf Instagram haben. Was bringt das? Uns ist klar, dass knapp 30k in der Instagram Welt fast nichts mehr sind, aber wenigstens sind unsere Follower echt. Sie interagieren mit uns, hinterlassen ehrliche Kommentare (und nicht nur ‚nice pic’) und unsere Engagement Rate stimmt. Auf ehrlicher Basis. Bitte liebe Firmen, macht euch die zusätzliche ‚Arbeit’. Macht diesen zusätzlichen Klick.  Auch euch bringt das am Ende weitaus mehr, denn wenn ihr einen Blogger bezahlt, der all seine Follower gekauft hat, könnt ihr euer Geld auch einfach verbrennen. Das ist ähnlich sinnvoll.

Schwierig wird es übrigens bei der Reichweite des Blogs, denn die lässt sich nicht so einfach und offensichtlich messen. Auch wir sind der Meinung, dass man als Blogger keine Google Analytics Screenshots durch die Gegend schicken sollte, denn diese Sheets beinhalten weitaus mehr Informationen, als es für die Firmen überhaupt relevant wäre. Auch hier appellieren wir jedoch an den gesunden Menschenverstand. Ein Blog, der auf Instagram 10k Follower hat und dann angibt, 60k Unique Visits im Monat zu haben…. Da stimmt meist auch irgendwas nicht. Die Seitenaufrufe können hier natürlich gerne mal höher sein, je nachdem wie gut das SEO des Blogs ist… Insgesamt ist die Reichweite eines Blogs schwer zu messen und noch schwerer zu kontrollieren. Wir raten daher auch unseren Bloggerkollegen nur, ehrlich zu blieben. Mit etwas anderem tut ihr euch auf Dauer keinen Gefallen.

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Unser Vermieter akzeptiert leider auch keine Tshirts als Bezahlung

Etwas, was wir schon öfter angesprochen haben ist, dass viele Firmen und Agenturen versuchen, einem Kooperationen auf Produksponsoring Basis aufzuschwatzen. Das bedeutet, wir bekommen ein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt und erstellen im Gegenzug einen Blogpost oder Instagram Post. Wir sind ganz ehrlich, für uns sind das keine ‚Kooperationen’, denn wir können unserem Vermieter auch keine Gratis Produkte als Bezahlung geben.

Außerdem könnten wir schlichtweg unsere Standards nicht halten, wenn wir alles umsonst und nur für Produkte machen würden. Wir können uns unsere Lizenz für die Bildbearbeitungsprogramme nicht leisten, kein gutes Kamera Equipment und wir hätten schlichtweg auch gar nicht die Zeit, alle die Arbeit in einen Blogpost zu stecken, weil wir einen Fulltimejob hätten, um uns unser Leben überhaupt zu finanzieren. Die Qualität, die wir liefern, können wir nur liefern, weil wir uns Kooperationen angemessen bezahlen lassen. Also bitte liebe Firmen, überlegt euch genau, was euch gute Qualität wert ist und versucht nicht, uns mit einem Gratis Tshirt oder einer Uhr abzuspeisen.

Überlegt euch genau, wo und wie ihr euer Produkt platzieren wollt

Was wir in letzter Zeit ebenfalls oft zu hören bekommen, ist folgender Satz: „Leider können wir euch für Instagram nicht bezahlen, da wir für Accounts eurer Größe kein Budget haben. ‚Große’ Instagrammer machen es sogar umsonst.“

Wow. Wir finden es um ehrlich zu sein schon manchmal mies, wenn die „aber andere machen es umsonst“ Karte ausgespielt wird. 

Zum einen ist es natürlich so, dass wir uns tatsächlich denken, dass sich diese anderen, großen Instagrammer offensichtlich unter Wert verkaufen und andererseits haben wir bei solchen Agenturen und Firmen oft große Schwierigkeiten, unseren Standpunkt klarzumachen. Wie schon erwähnt, knapp 30K sind nicht die Welt auf Instagram und wir wissen, dass wir da kein Vermögen verlangen können. Das wollen wir aber auch gar nicht, denn unser Schwerpunkt liegt auf dem Blog. Wir recherchieren viel lieber ordentlich, bauen eine schöne Story, die auch für unsere Leser einen Mehrwert hat und haben Spaß daran, das Ganze mit schönen Bildern zu untermalen. Wir wollen nicht stupide irgendein Produkt auf Instagram in die Kamera halten. Wenn dann als Antwort kommt „Nein danke, Blogpost wollen wir nicht, wir konzentrieren uns nur auf Instagram (und wollen euch dafür nicht bezahlen)“, dann macht uns das sowohl traurig, als auch ratlos.

Wir verstehen es natürlich, wenn eine Marke ihren Fokus auf ein ganz bestimmtes Medium setzt. Allerdings fragen wir uns manchmal wirklich, ob das schnelle Feuern über Instagrammer langfristig etwas bringt. Instagram ist kurzlebig, es verschwindet wieder und dann erinnert sich niemand daran. Blogs sind da um einiges nachhaltiger, wir werden gegoogelt (und das nicht schlecht) und haben außerdem viel mehr Raum, um ein Produkt ausführlich zu zeigen.

Wir würden uns manchmal wünschen, dass sich darüber etwas mehr Gedanken gemacht werden und wir nicht sofort als ‚zu klein’ abgestempelt werden. Denn das sind wir noch lange nicht, nur weil wir keine 100k Follower haben…

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Ein ‚Nein‘ sollte kein Problem darstellen

Was uns ebenfalls schon öfter aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass es wohl völlig okay ist, wenn eine Agentur zu einer Anfrage unsererseits ‚Nein‘ sagt, das umgekehrt aber nicht drin ist. Nicht selten wird extrem zickig reagiert, wenn wir freundlich antworten, dass ein Produkt nicht zu uns passt, wir mit den Konditionen nicht einverstanden sind etc. Ähnlich sieht es mit Fotorechten aus. Wenn wir klarstellen, dass wir keinerlei Rechte abgeben, wird verwundert von einem Problem gesprochen, das wir machen. Nein, liebe Firmen. Wir machen keine Probleme und auch wir dürfen ’nein‘ sagen. Wir müssen sogar, damit die Kunden, zu denen wir ‚ja‘ sagen eine Garantie dafür haben, mit einem seriösen Blog zusammen zu arbeiten und nicht mehr schlecht als recht abgefertigt werden. 

Viele Firmen versuchen außerdem, einen nach einer Absage besonders eifrig doch noch vom Produkt zu überzeugen. Auch das ist zwecklos und wir würden uns wirklich wünschen, dass ein ‚Nein‘ öfter akzeptiert wird, ohne noch groß zu verhandeln oder gar zickig zu reagieren.

Abschließend lässt sich sagen, dass Gott sei Dank nicht jede Firma oder Agentur eine der oben stehenden Aussagen verdient hat. Die meisten arbeiten professionell und akzeptieren sowohl ein Nein, als auch die Tatsache, dass Qualität ihren Preis hat.

Lasst uns doch gerne wissen, welche Erfahrungen ihr gemacht habt und ob es etwas gibt, dass ihr Firmen wirklich gerne mal sagen würdet.

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  • Ja, das was jeder Blogger wohl irgendwann erlebt…sogar ich, mit nicht mal 3000 Followern auf Instagram. Da wird ja sowieso erstmal erwartet, dass man eigentlich alles für lau macht…mein Highlight: jemand wollte, dass ich sein Diätpulver verblogge. Ich habe freundlich abgelehnt, weil es einfach nicht zu meinem Blog passt (mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass ich keine Diät brauche). Darauf hin bekam ich eine lange Email mit einer sehr interessanten Argumentation zurück, wieso das Produkt eben gerade zu meinem Blog so toll passen würde – leider hätte der gute Herr sich die Mail auch sparen können, wenn er nur einen kurzen Blick in meine Kategorie Eat&Drink geworfen hätte, in der er sein Pulver unterbringen wollte. 😀

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