Über das ach so nervige Instagram

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Instagram nervt. Alles gefaked, der Zuckerberg zerstört uns die Like Zahlen und am Ende kaufen wir sowieso alle Follower. Gerade die letzte Woche war voll von verschiedensten Artikeln und Meinungen zu verschiedensten Thematiken, aber unterm Strich kam immer dabei raus, wie blöd doch Instagram mittlerweile ist. Australische Teenager melden sich mit großem Tohuwabohu ab, große deutsche Blogger bekommen keine Likes mehr auf ihre Bilder und rechtfertigen sich (nicht dass da noch einer denkt, man hätte gekauft) und andere laden plötzlich nur noch ungeschminkte, unbearbeitete und somit „echte“ Bilder von sich hoch.

Auch ich kann das alles mittlerweile nicht mehr hören, da bin ich ganz ehrlich und verstehe es deshalb, wenn es dem ein oder anderen zu doof ist, dass ich jetzt auch noch meinen Senf dazu gebe. Trotzdem habe ich das Gefühl, ich möchte noch zwei oder drei Worte dazu sagen.

Punkt 1: Ja Instagram zeigt viel unreales, geschöntes und massiv bearbeitetes. Das wissen wir alle aber nicht erst seit gestern. Ich hab vor einiger Zeit schon mal einen ganzen Post darüber geschrieben, was bei uns alles falsch ist und wir handhaben das nach wie vor so. Fakt ist, wenn ich ungeschminkte Gesichter sehen will, schaue ich in den Spiegel oder gehe auf Snapchat. Zweiteres ist meiner Meinung nach das perfekte Medium für ungemachte Haare, unaufgeräumte Wohnungen und allerlei dergleichen. Instagram ist schön und darf es auch bleiben. Nicht wenige von uns laden Bilder testweise hoch und löschen sie sofort wieder, oder packen sie in eine App die den eigenen Instagram Feed simuliert, nur um zu sehen, wie sich das Bild im gesamten Feed macht. Wir laden nicht mal eben Schnappschüsse hoch, das ist alles genau kalkuliert und angepasst. Man nehme nur unseren Feed während unserer Malediven Reise. Da war kein einziges Handy Bild dabei, alles professionelle und bearbeitete Bilder. Wir haben uns da nicht mal eben an den Strand gelegt und zwei mal abgedrückt, sondern wir haben eine Stunde geshootet und Eileen hat danach noch mindestens genauso lang bearbeitet. So ist das nunmal, wenn das Ergebnis am Ende so aussehen soll und dazu stehen wir. Für diesen Feed haben wir keinen Urlaub gemacht, sondern durchgearbeitet, aber das ist unsere Entscheidung gewesen. Wer damit nicht klarkommt, der lässt es, aber ich finde es idiotisch, andere dafür zu verurteilen. Zumal sich Instagram in letzter Zeit extrem weiterentwickelt hat, wie ich finde. Noch vor einem Jahr waren gefühlt alle Accounts weiß mit rosa. Da herrscht mittlerweile doch um einiges mehr Individualität.

Punkt 2: Ninas Artikel über den neuen Instagram Algorithmus, der Bilder nicht mehr in chronologischer Reihenfolge auftauchen lässt, sondern nach irgendeinem anderen und für uns undurchsichtigen System, hat auch mich nachdenklich gemacht.  Nina schreibt, dass ihre Bilder dadurch vielen nicht mehr angezeigt werden und sie daher nicht mehr auf ihre gewohnten Like Zahlen kommt. „Ist doch egal“, wird der ein oder andere jetzt sagen, aber wenn man das alles wie wir professionell betreibt, ist es das nicht. Denn wir bekommen Geld für Instagram Posts. Auch das ist kein Geheimnis und wird zumindest bei uns auch gekennzeichnet, sollte es sich um einen gesponserten Post handeln. Der Begriff „Engagement rate“ spielt dabei eine große Rolle und beschreibt grob gesehen das Verhältnis zwischen Followern, Likes und Kommentaren, also die komplette Interaktion auf einem Account.  In letzter Zeit wurden von vielen Accounts Follower hinzu gekauft, um die Zahl größer wirken zu lassen und da mittlerweile (Gott sei Dank) auch Firmen dahinter gekommen sind, dass eine große Followerzahl nicht zwingend eine große echte Leserschaft bedeutet, spielt eben dieses Verhältnis eine große Rolle. Wenn ein Account über 100k Follower hat, aber auf seine Bilder immer nur so 300-500 Likes und kaum Kommentare hat, dann kann man davon ausgehen, dass da etwas nicht stimmt. Leider Gottes kann man mittlerweile auch Likes und Kommentare kaufen, was die ganze Sache noch undurchsichtiger macht und auch Zuckerbergs neuer Algorithmus trägt natürlich jetzt noch zur weiteren Verwirrung bei. Wir beobachten das bei sehr vielen Leuten, dass die Follower unverhältnismäßig schnell steigen, aber die Likes nicht dazu passen oder dass Bilder immer verdammt viele Likes aber keine Kommentare bekommen. Ist das nun Betrug oder nur der Zuckerberg?

Angela hat sogar mal einen Artikel darüber geschrieben, dass sie selbst überlegt, Follower zu kaufen, weil sie das Gefühl hat, mit ehrlichen Mitteln nicht mehr mithalten zu können. Wir können diese Gedanken absolut nachvollziehen, denn auch wir schütteln oft genug den Kopf über sowas. Es ist vielleicht wie beim Sport. Wenn Doping erlaubt wäre, würde am Ende nicht der beste Sportler gewinnen, sondern der, der am besten geschummelt hat. Vielleicht sollten wir uns darüber mal alle ein paar Gedanken machen. Am Ende denken wir aber, dass es sich lohnt, hartnäckig zu sein und gewisse Dinge auszusitzen. Der nächste Instagram Cleanout kommt bestimmt und dann wird sich ja zeigen, wer ehrlich war und wer nicht.

Ich beende also jetzt hier meine Ansprache und hole mir welche von Eileens ach so perfekten Sonntagswaffeln und einen Kakao. Einen echten. Einen hässlichen. Keine Tasse Wasser mit Sahne und Streuseln drauf, wie wir es gerne mal fürs Instagram Bild machen.

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  • Ich verstehe euren Ärger ja, total gut! Aber ich verstehe den Sinn zum Beispiel nicht, wieso man eine Tasse mit Wasser gefüllt und dekoriert als eine Tasse Kakao ausgibt. Wofür? Warum nicht einfach zeigen, was man tatsächlich macht? Das man sein unaufgeräumtes Zimmer nicht zeigt, verstehe ich, das macht man bei realem Besuch auch nicht . Aber niemand würde Kakao-Tassen-Attrappen auf den Esstisch stellen, wenn Besuch da ist, nur um es „gemütlich“ aussehen zu lassen oder? Auch verstehe ich diese Bla Bla um „ich bin professionell und brauche die Likes“ nicht so ganz, warum kann man ein Hobby nicht einfach als Hobby führen, weil es Spass macht? Ganz ehrlich, die Leute, die euren Blog lieben werden eure Bilder auch liken, wenn sie ihnen nicht direkt im Feed angezeigt werden. Und diese Gelegenheits-Like von irgendwelchen Leuten, die euer Foto gerade irgendwo gesehen haben sind ja auch nicht so das Wahre nicht? Liebe auf eure Leser setzen, die euch und euren Account täglich verfolgen und einen aktiven Austausch mit euch schätzen!

  • Ich finde es gut, dass du deine Meinung zu dem diese Woche viel diskutierten Thema auch nochmal ausgedrückt hast! Ich sehe das genauso – Instagram ist eine Kunstplattform und kein Alltagsstream. Ich jedenfalls habe täglich „genug Alltag“ und finde Instagram genau deswegen so schön – weil man ein bisschen in andere Welten abtauchen kann <3 Ich bin gespannt was nach all dem Aufruhr als Nächstes kommt 😉

    xo Stefanie
    http://www.thefashionrose.com

  • Wo ist denn der Unterschied zwischen Follower kaufen & eine Tasse Wasser mit Sahne & Streuseln dekorieren?! Ist das nicht eine ebenso große Schummelei? Ich hab die Sache mit Instagram langsam aufgegeben….ich poste gerne Bilder und auch ich gebe mir Mühe, den Feed hübsch & halbwegs einheitlich aussehen zu lassen. Aber meine gesamte Zeit darauf zu verwenden, stresst mich immens, deswegen lasse ich es & finde mich damit ab, kaum Follower zu bekommen. Gibt wichtigere Dinge im Leben 😉

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